Regesten zu 1446

1446 Januar 4. Hamburg.
Rat von Hamburg an Bürgermeister und Ratsherren zu Lübeck: sind bereit, eine Tagfahrt zum Straßenraub mit dem Herzog von Mecklenburg zu besenden, bitten um umgehende Mitteilung, wenn der Termin vereinbart ist; das Treffen soll an einem günstigen Ort stattfinden (StA Wismar, Abschrift / UB Stadt Lübeck, 8, CCCXXVI, S. 377-78)
[1446] Juli 8. [Hamburg].
Das Domkapitel urkundet über Stiftung und Dotierung einer Vikarie zur ersten Messe am Altar der Hl. Johannes, Simon u. Judas und Cyriacus in der St. Jacobi-Kirche durch Abele, Witwe des Ratsherrn Johann van Alverdingen.
1446 Juli 8. o.O.
Borchard und Johann von dem Buggen bekennen, dass sie der Stadt Hamburg, ihren Bürgermeistern und Ratsherren, Bürgern und Einwohnern wegen des Tods ihres Bruders in der Stadt eine Fehde angesagt haben, und listen weitere Adlige, die Hamburg ihretwegen entsagt haben.
[1446] Juli 15. Lübeck.
Protokoll des Hamburger Protonotars Johann Rotgheri über Verhandlungen zwischen Hamburg und Lüneburg vor dem Rat Lübecks. Auf die Frage, ob die Klagen schriftlich vorgebracht oder mündlich verhandelt werden sollen beginnt ein Streit darüber, wer zuerst seine Klagen vorbringen soll. Hamburg bittet, seine Fischereirechte zu wahren, die es seit 70 Jahren bei Harburg ungestört wahrnimmt, und bittet bei dem Seinen gelassen zu werden, fordert nun aber, die Lüneburger Klagepunkte zu hören. Daraufhin kommt es zu Wortgefechten, schließlich lässt Lübeck einen Artikel des Hansetags zu Rostock 1417 verlesen und fragt die Hamburger, ob sie dabei bleiben wollen. Da die Ratssendeboten keine Anweisung dazu haben, wird ein Bote nach Hamburg geschickt.
1446 Juli 19. Lübeck.
Hinrik Hoiger und Hinrik Keding Bürgermeister, Ludeke Struve Ratsherr und Johann Rotgheri Protonotar der Stadt Hamburg an den Rat Lübecks: erklären, dass ihnen ein Beschluss des Hansetags zu Rostock von 1417 zur Zusammenarbeit mit Fürsten vorgetragen worden sei mit dem Auftrag, bei ihrem Rat nachzufragen, ob sie noch zur Entscheidung des Streits mit Lüneburg durch den Rat von Lübeck bereit seien. Dies sei geschehen und sie seien dazu bereit, doch hätte der Rat den Vorbehalt gemacht, dass Herzog Adolf VIII. von Schleswig und Holstein ihr geborener Erbherr sei, so dass sie dem hansischen Beschluss nicht folgen könnten. Bitten aber die Lübecker, die Lüneburger dazu zu bewegen, dass diese sie bei dem Ihren lasse, wie sie das umgekehrt auch täten, und sie nicht weiter zu bedrängen.
1446 August 11. Stade.
Rezess über die Vermittlung im Streit zwischen Bürgermeister, Rat und Gemeinde zu Hamburg auf der einen und den Einwohnern des Landes Hadeln auf der anderen Seite, unter Vermittlung der Ritter und Mannen des Erzbischofs Gerhard von Bremen (Nikolaus Propst von St. Jürgen zu Stade, Moritz Marschall der Domherren zu Bremen, Otto van Brockberge, Johann vom Lunenberge, Eggard von Stinstede und Marten van der Lyt), Herzog Adolfs VIII. von Schleswig und seines Vetters Ernst Graf von Schauenburg (Johann Middelmann Dekan des Domkapitels zu Hamburg, die Knappen Hans Poggewisch und Breide Rantzow, der Bürgermeister von Kiel, Henning von der Kameren, Johann vam Schonenbeke und Diderik Peynis Propst zu Tzeven) sowie der Ratssendeboten von Lübeck (Bürgermeister Johann Lüneborg, Ratsherr Johann Westval), Bremen (Bürgermeister Hermann Gropelingh, Johan Vrese) und Stade (Otto vam Gheren, Hinrick von Anderlingen und Hinrik Hermens), als gute Vermittler zu beiden Seiten, in Gegenwart Herzog Bernhards von Sachsen-Lauenburg und seines Sohnes Johann (mit Werner van Bulouwe, Hartwigh Parkentin und Hans Daldorp). Unter anderem wird entschieden, dass Besitz im Land Hadeln sächsischem Recht unterliegen soll, aber das Erbrecht Engerschem / Hollerschem Recht. Die Herrschaft setzt einen Greven zu Otterndorf ein, der alle gleich behandeln und nach sächsischem Recht entscheiden soll. Der Greve wiederum beruft die Schulzen. (J.M. Lappenberg, Über ältere Geschichte und Rechte des Landes Hadeln, Lüneburg 1829, Urkunde III, S. 43-48)
1446 August 15.
Bischof Johann von Verden, Bürgermeister und Ratsherren der Stadt Verden sowie Bürgermeister und Ratsherren zu Rotenburg erklären, dass Engelbert Munther, Bürger zu Verden, den Bürgermeistern und Ratsherren zu Lübeck und Hamburg eine von ihnen hier mitgetheilte Urfehde geleistet habe.
1446 September 25. o.O.
Urfehde der Brüder Dietrich und Bartholomeus gen. Vorlorn mit Bürgermeister und Ratsherren zu Lübeck, unter Bürgschaft des Hamburger Bürgers Hinrich von Bingen. (AHL, Original, mit drei erhaltenen Siegeln / UB Stadt Lübeck, 8, CCCLXII, S. 407-08)