Regesten zu 1407

Hamburg1407.00.00 - [1407]. Hamburg.
Bürgermeister und Rat zu Hamburg an Bürgermeister und Rat zu Lüneburg: hätten ihren Brief wohl vernommen, dass Henne Spoereke beabsichtige, die Vogtei Blekede zu schädigen, und den Herzögen von Braunschweig und Lüneburg darüber geschrieben. Senden deren Antwort auf einem Zettel. (StA Lüneburg, Original, Pergament mit Resten des briefschließenden Siegels, Rückseite mit Adresse / StAHH, Copiae Archivi, Deckblatt zu 1407)
Hamburg1407.01.20 - 1407 Januar 20. o.O.
Herzog Erich [IV.] der Ältere von Sachsen, Engern und Westfalen, und sein Sohn, und Erich [V.] der Jüngere, in einem offenen Brief: bekennen, dass sie Bürgermeistern und Ratsherren zu Hamburg die Summe von 1150 m. hamb. Pfennige schuldig seien, die sie vollständig erhalten hätten. Sie hätten ihnen dafür mit Zustimmung ihrer Erben und getreuen Männer ab 1407 September 29 auf sechs Jahre das Schloss Otterndorf und das Land Hadeln mit allen Einkünften und Rechten verpfändet. Ein halbes Jahr vor Ablauf sollten sie ankündigen, ob sie die 1150 m. behalten oder ablösen wollten. Der vorgesehene Ausbau des Schlosses Otterndorf für 100 m. solle auf die Rückzahlung aufgeschlagen werden. Verlören die Hamburger das Schloss im Konfliktfall, würden die Herzöge bei der Wiedergewinnnung helfen. (StAHH Copiae Archivi, bei Aa 20 a / StAHH Senat Cl. VII. Lit. D g nr. 1 vol. 10 a fasc. 1, alte Abschrift)
HambUB1407.04.05 - 1407 April 5. Ratzeburg.
Propst, Prior und Domkapitel zu Ratzeburg nehmen das ihnen von Herzog Erich IV. von Sachsen-Lauenburg übertragene Patronatrecht über die Kirche in Bergedorf an.
Hamburg1407.04.20 - 1407 April 20. Lauenburg.
Erich IV. von Sachsen-Lauenburg an die Gemeinde des Landes Hadeln: habe von Raub, Brand, Mord, Totschlag, Gefangennahmen, Verbindungen und heimlichen Gerichten gehört, die das Land beschweren. Er fordert deshalb die Einhaltung des sächsischen Rechts. Die Hadelner sollen dem Greven oder dem, den die Stadt Hamburg während der Pfandschaft, einsetzt, helfen, das Recht durchzusetzen. Wer sich gegen ihn oder den Vertreter Hamburgs wende und seine Rechte vermindern wolle, soll bestraft werden. (J.M. Lappenberg, Über ältere Geschichte und Rechte des Landes Hadeln, Lüneburg 1829, S. 38-41)
Hamburg1407.04.23 - 1407 April 23. Lauenburg.
Erich IV. von Sachsen-Lauenburg an Bürgermeister und Rat zu Hamburg: habe von viel Unrecht im Lande Hadeln gehört, von Totschlag, Gefangennahme, Fehde und andere Gewalt. So hätten sich Einwohner untereinander und mit Fremden verbündet, auch zum Nachteil des Landesherrn. Er habe dies gegen seinen Willen geduldet, nun aber den Greven angewiesen, nach sächsischem Recht zu urteilen. Bittet die Hamburger, während der Verpfändung die landesherrlichen Rechte so zu wahren, wie er sie ihnen übergeben hat. (J.M. Lappenberg, Über ältere Geschichte und Rechte des Landes Hadeln, Lüneburg 1829, Urkunde II, S. 41-43)
Hamburg1407.05.25 - 1407 Mai 25. [Hamburg].
Hamburg an den Hamburger Kaufmann zu Sluis: warnt vor dem Missbrauch der den Hamburgern in Holland zugestandenen Zollfreiheit, da sonst harte Maßnahmen des Herrn von Holland drohten. (StAHH, 1842 verbrannt, nach Abschrift Lappenbergs / Hansisches UB 5, 784, S. 411-12)
Hamburg1407.05.31 - 1407 Mai 31. [Lübeck].
Die hansischen Ratssendeboten in Lübeck an die Lande Ostergo und Westergo: sind erstaunt, dass deren Gesandten Mai 15 in Hamburg keinen Auftrag zu der ausbedungenen Genugtuung für die Verluste der hansischen Kaufleute gehabt, sondern den Austausch der beiderseitigen Klagen gefordert und für Juni 24 eine Tagfahrt in Amsterdam vorgeschlagen hätten. Auch vor dem Städtetag hätten die Gesandten ihren Auftrag in gleicher Weise wiederholt. Sie erklärten sich um des gemeinen Besten willen mit der Amsterdamer Tagfahrt um Juni 24 einverstanden, hätten mit den Gesandten die Klagelisten getauscht und bitten dringend, auf dieser Tagfahrt den Geschädigten Recht widerfahren zu lassen. (Hansisches UB 5, 785, S. 412 / HR I,5, 394)
HG2 - Hamburg1407.06.24 - 1407 Juni 24. o.O.
Johan Rodenborch, Bürger Hamburgs, macht bekannt, dass er Dekan und Domkapitel zu Hamburg 7 m. jährlicher Rente für 105 m. verkauft habe, die zur Finanzierung der Vikarie des Johan Hilleman am Dom verwendet würden. Bürgen sind Claws Rodenborch und Claws Rybe. (StAHH Threse Ss 5)
Hamburg1407.09.04 - 1407 September 4. Leeuwarden.
Die Lande Ostergo und Westergo beurkunden ihre Vereinbarung mit dem Hamburger Bürgermeister Meinhard Buxtehude, nach der die Hansestädte bis Ostern [April 15] die Höhe des durch die Auslieger der Lande erlittenenen Schäden darlegen und dann innerhalb von 14 Tagen nach Ostern Sendeboten zum Abschluss eines endgültigen Vergleichs zu ihnen schicken sollten. (Hansisches UB 5, 810, S. 422 / gedruckt Hanserecesse I,5, 452)
HG2 - Hamburg1407.09.05 - 1407 September 5. o.O.
Bernhard und Heinrich Herzöge von Braunschweig-Lüneburg machen bekannt, dass ihnen keine Abgaben aus der Saline in Lüneburg zuständen und dass die von den Salinen-Besitzern gezahlte Hilfe für Herzog Heinrich freiwillig gewesen sei. Sie bestätigen zugleich die Privilegien der Salinen-Besitzer. (StAHH Threse Pp 37)
Hamburg1407.08.10 - 1407 August 10. Lübeck.
Lambert Mildehoued, Vogt zu Hamburg, macht bekannt, dass er sich davor verbürgt hat, dass sein Bruder Hans die dem Rat zu Lübeck geleistete Urfehde in allen Punkten einhält. (AHL, Original mit undeutlich gewordenem Siegel / Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 5, 1877, Nr. CLXXI, S. 167)
HG2 - Hamburg1407.10.28 - 1407 Oktober 28. o.O.
Marquard Struetz und Emeke Struetz machen bekannt, dass sie ihr Dorf Ohlstedt für 210 m. an den Hamburger Bürgermeister Hildemer Lopow verkauft haben, mit allen Rechten und Einkünften. Sie können es nach fünf Jahren zurückkaufen, wenn sie den Rückkauf ein Jahr zuvor ankündigen. (StAHH Threse S 16)
HG2 - Hamburg1407.11.24 - 1407 November 24. [Hamburg].
Dekan und Domkapitel sowie Bürgermeister und Rat zu Hamburg einigen sich über eine Reihe strittiger Punkte: so soll der Wasserlauf unter den Häusern und beim Abort der Domherren instandgehalten werden, Geistliche haben nur begrenzte Besitzrechte in der Stadt und müssen die städtischen Abgaben zahlen, und ein Grundstück wird für die Erweiterung des Doms reserviert. (StAHH Threse X 10)
Hamburg1407.12.12 - 1407 Dezember 12. Hamburg.
Bürgermeister und Rat zu Hamburg an Bürgermeister und Rat zu Hannover: antworten auf ihr Schreiben zur [Marien-]Kapelle vor der Stadt, dass ihnen der Bürgermeister [Hannovers] noch nicht geantwortet habe [der seinen Sohn dort einsetzen wolle], ebensowenig der Fürst, den das mit angehe, so dass sie noch keine Antwort geben könnten. Bitten, ihnen das nicht zu verübeln. (StAHH Copiae Archivi, bei X 10 / Pufendorf, Observationes Iur., IV, App., S. 191)