Regesten zu 1460

Hamburg1460.02.02 - 1460 Februar 2. o.O.
Kaiser Friedrich [III.] an Bürgermeister und Rat zu Hamburg: lädt sie zur Beratung eines allgemeinen Heerzugs gegen die Türken nach Nürnberg und an den kaiserlichen Hof. (Liste der Ladungen bei Brief Goslars an Lübeck, AHL, ASA, Interna, Reichssteuer 6,2, Kriegsverlust / UB Stadt Lübeck, 9, DCCCVIII, Anm. 2 / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 126)
Hamburg1460.03.12 - 1460 März 12. Hamburg.
Peter Wolters verkauft Albert Wulhase für 15 Mark aus dem von ihm bewohnten Erbe am Orde der Fuhlentwiete 1 Mark Rente auf Wiederkauf unter vierteljähriger Kündigung.
Hamburg1460.03.21 - 1460 März 21. Hamburg.
Otto II. Graf zu Holstein, Stormarn und Schauenburg an Bürgermeister und Rat von Lübeck: Er hat schon zuvor darum gebeten, dass sie ihre Boten zu ihm schicken. Da ihm nun die Ritter des Herzogtums und der Grafschaft Schleswig und Holstein aus Rendsburg geschrieben haben, dass sie sich [März 25] mit ihm zu Verhandlungen treffen wollen, wie die beiliegende Abschrift zeigt, bittet er die Lübecker, jetzt tatsächlich zu [März 25] ihre Vertreter nach Hamburg zu senden. (AHL, Original, mit Resten des aufgedrückten Siegels / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, DCCCXVI, S. 845-46)
Hamburg1460.05.04 - 1460 Mai 4. Hamburg.
Bürgermeister und Rat von Hamburg an Bürgermeister und Rat von Lübeck: König Christian von Dänemark hat sie aufgefordert, ihre Boten zu ihm zu senden. Da sie sich geeinigt hatten, nicht einzeln mit dem König zu verhandeln oder von ihm Bestätigungen anzunehmen, bitten sie, zurzeit keine Vertreter zu entsenden. Die Hamburger werden ihre Boten [Mai 6 oder 7] in Lübeck haben, so dass sie über ein gemeinsames Vorgehen beraten können. (AHL, Original, mit Resten des aufgedrückten Siegels / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, DCCCXXXI, S. 865)
Hamburg1460.05.19 - 1460 Mai 19. o.O.
Graf Otto II. von Holstein(-Pinneberg) und Schauenburg bezeugt, dass er dem Hamburger Rat für 600 rheinische Gulden den schauenburgischen Grisenwerder und die Elbinseln südlich der Stadt Hamburg in Pfandbesitz gegeben hat, unter Wahrung der Nutzungsrechte Heinrich Wiges während seiner Lebzeiten; eine Auslösung kann frühestens 20 Jahre nach Wiges Tod erfolgen; erlaubt die Eindeichung des Billwerders.
Hamburg1460.08.14 - 1460 August 14. Den Haag.
Statthalter und Rat des Herzogs von Burgund an Bürgermeister und Rat von Lübeck: Kaufleute aus Haarlem und Amsterdam haben 13 Last Weizen in Vriburgh an der Elbe erworben und wollten es auf dem Schiff von Willem Gelofssoen und Clais Dircxsoen verschiffen, wurden dann aber von den Hamburgern gezwungen, das Schiff und das Gerrijt Deyman gehörende Getreide in die Stadt zu bringen. Versuche der Kaufleute, das Schiff und den Weizen zurückzubekommen, sind gescheitert. Die Beschlagnahme verletzt die Vereinbarungen, die zwischen Holland, Seeland und Friesland sowie den sechs wendischen Städten getroffen wurden, zumal die Waren acht Meilen außerhalb Hamburgs geladen wurden. Sie bitten die Lübecker daher, vermittelnd einzugreifen und zu erreichen, dass die Hamburger die neuen Belastungen abstellen. (AHL, Original, mit Resten von vier der ursprünglich sechs aufgedrückten Siegel / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, DCCCLXXII, S. 906-08)
Hamburg1460.09.06 - 1460 September 6. London.
Älterleute und Kaufmann zu London an Bürgermeister und Rat von Lübeck: Vertreter König Heinrichs [VI.] hätten sie informiert, dass acht Schiffe aus Lübeck, Hamburg und Danzig unter Borchart Wyduet aus Hamburg ein Schiff mit Laken englischer Kaufleute im Wert von 900 Pfd. 8 sol. genommen hätten. Diese hätten den König nun gebeten, Schiffe und Güter der drei Städte in London zu beschlagnahmen, um das Schiff und Tuch zu bezahlen. Der König werde deshalb den Städten schreiben und habe gebeten, diese Schreiben weiterzuleiten und für eine baldige Antwort zu sorgen. Senden ihnen anbei den Brief des Königs und bitten für das gemeine Beste um schnelle Antwort. Diese würden sie an den König weiterleiten. (AHL, Original, mit Resten des Siegels / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, DCCCXVI, S. 916-17)
Hamburg1460.09.15 - 1460 September 15. Hamburg.
Bürgermeister und Rat von Hamburg an Bürgermeister und Rat von Lübeck: die Lübecker hätten sie um die Teilnahme an Verhandlungen im Lüneburger Prälatenstreit nächsten Michaelis [September 29] zu Lüneburg gebeten, um schlimme Folgen durch den Konflikt zu vermeiden. Teilen mit, dass sie nicht teilnehmen könnten, weil sich zur Zeit mit Herzog Bernhard von Braunschweig-Lüneburg im Konflikt befänden, wie ihnen bekannt sei. Außerdem hätte sie keine der Parteien zur Vermittlung eingeladen. Bitten ihnen das nicht zu verübeln. (AHL, Original, mit Resten des aufgedrückten Siegels / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, DCCCLXXXV, S. 920-21)
Hamburg1460.10.05 - 1460 Oktober 5. Hamburg.
Heinrich Ribe, Hinrik Vplegger, Ludeke Eltzen und die anderen aus Lüneburg vertriebenen [Mitglieder des Neuen Rats] an Bürgermeister und Rat von Lübeck: die zu Lüneburg versammelten Städte hätten sie zu Verhandlungen aufgefordert sowie dazu, die Ausführung der päpstlichen Bulle zu ihren Gunsten noch auszusetzen, bis eine Lösung gefunden sei. Sie könnten die Umsetzung der ihnen gewährten päpstlichen Repressionsbullen jedoch nicht noch länger herauszögern, zumal der Rat in Lüneburg, ihre Gegner, nicht von ihrer Verfolgung abließen. Wenn sie bis nächsten Sonntag [Oktober 12] keine gütliche Antwort hätten, würden sie ihre Rechte nutzen. (AHL, Original, mit Resten des aufgedrückten Siegels / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, DCCCXC, S. 925-27)
Hamburg1460.12.17 - 1460 Dezember 17. Wien.
Kaiser Friedrich [III.] an Bürgermeister und Rat zu Hamburg: befiehlt ihnen wie allen übrigen Reichsuntertanen, die Herzöge Wilhelm [I.] d.Ä. und Heinrich [II.] von Braunschweig-Lüneburg bei der Exekution des Urteils zu unterstützen, das sein Kammergericht gegen den Alten Rat von Lüneburg und seine Unterstützer in der Gemeinde verhängt hat, bei der Strafe von 40 m. Gold an die kaiserliche Kammer. (StA Lüneburg, AB 9 Chroniken, Unterlagen zum Prälatenkrieg / Regesta Imperii, [XIII], 33, Nr. 159 / ebd., 10, 196)