Regesten zu 1522

1522 März 23. Hamburg. Bürgermeister und Rat von Hamburg an Bürgermeister und Rat von Lübeck: sie hätten letzten Freitag von den Hamburger Englandfahrern gehört, dass die kostspieligen Tagfahrten zugunsten des Kontors zu London kaum Ergebnisse gebracht hätten. Da nun offenbar der Kaiser plane, zum König von England zu reisen, schlagen sie vor, den von Lübeck zum Kaiser ausgesandten M. Henning Osthusen zu bitten, beim Kaiser zu erwirken, dass sich dieser beim englischen König für den Kaufmann [zu London] einsetze. Bitten um Antwort. (AHL, Acta Anglicana, appendix ad vol. II, Original, mit Resten des Sekrets / Hanserezesse III,8, 1910, 64, S. 82-83)
1522 März 30. Hamburg. Bürgermeister und Rat von Hamburg an Bürgermeister und Rat von Lübeck: antworten, dass nicht ihnen, sondern den Lübeckern die Supplik an den Kaiser im Namen der Hanse zustehe. Wenn nötig, werde man den englischen Boten aufhalten, um ihm die Supplik an das Londoner Kontor mitzugeben. Bitten nochmals, Osthusen entsprechend zu beauftragen, der Hamburger Protonotar könne nicht reisen. Die nach Osten segelnden Schiffer sollen sich entsprechend verhalten, der Verkehr mit Holstein könne aber nicht unterbrochen werden. (AHL, Acta Anglicana, appendix ad vol. II, Original, Sekret erhalten / Hanserezesse III,8, 1910, 65, S. 83)
1522 April 21. Hamburg. Bürgermeister und Rat von Hamburg an Bürgermeister und Rat von Lübeck: haben die Lübecker Einladung zur Tagfahrt April 27 erhalten. Sie werden diese besenden, würden aber gern unnötig hohe Zeitverluste und Kosten vermeiden. Mehrfach und zuletzt auch seien ihre Ratssendeboten die ersten gewesen und hätten lange warten müssen. Nun seien aber Gesandte des Kaisers, des Königs sowie ihrer Freunde, der wendischen Städte, angekündigt, so dass sie für das gemeine Beste auf jeden Fall kommen würden, auch wenn die Möglichkeit langen Verhandelns sie abschreckt. (AHL, Acta Hanseatica, vol. III, Original, Sekret erhalten / Hanserezesse III,8, 1910, 90, S. 97)
1522 Juli 26. Lübeck. Bürgermeister und Rat von Lübeck an Bürgermeister und Rat von Hamburg: hätten erfahren, dass ein dänischer Hauptmann zu Hamburg Männer anwerbe und sie für zwei Monate bezahle, um sie nach Dänemark zu senden und gegen Lübeck und seine Verbündeten einzusetzen. Die Lübecker bitten, die Werbung zu unterbinden. (StAHH, Cl. VI nr. 1a, vol. 1, fasc. 9, Original, Pergament / Hanserezesse III,8, 1910, 149, S. 163)
1522 September 2. Hamburg.
Urkunde über die Vereinigung der hamburgischen Kirchspiele St. Petri, St. Nikolai, St. Jacobi und St. Katherinen zur Abwehr von Übergriffen und Unrecht seitens der geistlichen Obrigkeit. Der geistlichen Obrigkeit wird vorgeworfen, Bürger sowohl in geistlichen als auch in weltlichen Belangen zu bedrängen oder zu verunglimpfen und die Pfarrer an den Kirchspielskirchen nach eigenem Gutdünken ein- und abzusetzen. Zudem verlange der Weihbischof unziemliche Gebühren für das Weihen der Kirchen, Kapellen und Kirchhöfe. Aus den genannten Gründen beschließen die Kirchspiele ein gemeinsames Vorgehen gegen die geistliche Obrigkeit, um weitere Vorfälle abzuwehren.
1522 November 21. Hamburg.
Bürgermeister und Rat Hamburgs an den Rat Lübecks: waren zu Verhandlungen in Lübeck bereit, müssen jedoch absagen; der Sekretär Johann Wetke wird die Gründe und die Meinung des Rats mündlich vortragen.