Regesten zu 1474

Hamburg1474.02.13 - 1474 Februar 13. Rothenburg o.T.
Kaiser Friedrich [III.] an Bürgermeister, Räte und Gemeinden der Städte Lübeck, Hamburg, Lüneburg und Wismar: informiert sie von der Klage König Christians [I.] von Dänemark, dass sie ihre nach altem Herkommen geschlagene Münze von 23 sol. für 1 rhein. gld. schon einige Zeit ohne kaiserliche Zustimmung eigenmächtig herabgesetzt hätten, die Grundlage für alle Renten, Zinsen, Abgaben und Kaufgeschäfte bilde, so dass 1 rhein. gld. nunmehr 24 oder sogar 25 sol. wert sei. Daher seien dem König in seinem Herrschaftsgebiet sowie seinen Prälaten, Adligen und Einwohnern große Schäden entstanden, der Handel sei eingebrochen. Befiehlt daher unter Androhung seiner und des Reiches schweren Ungnade, des Verlusts des Münzrechts und einer Buße von 100 m. Gold, ihre Münze beim bisherigen Feingehalt und dem Wert von 23 sol. je rhein. gld. zu belassen. - Am donrstag vor dem sonntag Esto michi. (RA København, E 1, Forholdet til udlandet, Pergamentsbreve, Kejseren [b] 1474 / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 254 / ebd., 32, Nr. 897)
Hamburg1474.02.17 - 1474 Februar 17. Rothenburg o.T.
Kaiser Friedrich [III.] an König Christian [I.] von Dänemark: befreit ihn, seine Erben und Untertanen für sich und seine Nachfolger aus kaiserlicher Machtvollkommenheit von Freiheiten, Gnaden und Zöllen, die er künftig Dritten verleihen werde. - Am donrstag vor dem sonntag Esto michi. (RA København, E 1, Forholdet til udlandet, Pergamentsbreve, Kejseren n. 14a [c] 1474 II 17 / StAHH, 710-1 I Threse K 46, Vidimus der Bischöfe Albrecht von Lübeck und Helrich von Schleswig von 1475 Juli 5 sowie gleichzeitiges Notariatsinstrument des Ewald Souenbroder, Kleriker der Bremer Diözese / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 259)
Hamburg1474.03.11 - 1474 März 11. Nürnberg.
Kaiser Friedrich [III.] an Bürgermeister und Rat der Stadt Hamburg: teilt mit, dass die Ratmannen und Bürger zu Lübeck Andreas Geverdes, Heinrich Constin, Walter Bretholz und Peter Nyestadt als Testamentsvollstrecker des verstorbenen Johann Broling schriftlich appelliert hätten gegen die Vorladungen und Beschwernisse, die Johann Hülscheid, der sich Freigraf von Brackel nenne, an seinem Freistuhl gegen die kaiserlichen Privilegien Lübecks und die zu Frankfurt beschlossene Reformation zugunsten von Lorenz Broling verfügt habe, obwohl sich der Lübecker Rat entsprechend der Privilegien und der Reformation gegenüber den Klägern zu einem rechtlichen Ausgleich bereit gefunden hätte. Da er mit anderen Geschäften belastet sei, befiehlt er den Hamburgern und bevollmächtigt sie, die Parteien auf einen Tag vorzuladen, anzuhören und eine Entscheidung zu fällen, auch sollten sie über Lorenz die wegen ihres Vorgehens gegen Lübecks Privilegien und die königliche Reformation fälligen Strafen verhängen. Sie könnten auch Zeugen verhören, gegen Verweigerer mit Strafen vorgehen, auch bei Abwesenheit einer Partei entscheiden und alles tun, was nach Recht und Ordnung nötig sei. (StA Bremen, Denkelbuch 2-P.6.a.9.c.2d.5.0, S. 450-51, Abschrift eines Vidimus von Bürgermeistern und Rat der Stadt Hamburg von 1474 Mai 25 / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 260)
Hamburg1474.03.11.a - 1474 März 11. Nürnberg.
Kaiser Friedrich [III.] an Bürgermeister und Rat der Stadt Hamburg: teilt mit, dass Bürgermeister, Rat und Gemeinde zu Lübeck durch ihre Prokuratoren und Anwälte appelliert hätten gegen die - eigentlich nicht gültigen - Vorladungen und Beschwernisse, die Johann Hülscheid, der sich Freigraf von Brackel nenne, an seinem Freistuhl gegen sie und die Testamentsvollstrecker des verstorbenen Johann Broling erlassen hätte, gegen ihre kaiserlichen Privilegien und die zu Frankfurt beschlossene Reformation, zugunsten von Lorenz Broling verfügt habe, obwohl sie sich gegenüber den Klägern zu einem rechtlichen Ausgleich bereit gefunden hätten. Er bevollmächtigt die Hamburger, den Rechtsstreit zu entscheiden. (StA Bremen, Denkelbuch 2-P.6.a.9.c.2d.5.0, S.451-52, Abschrift eines Vidimus von Bürgermeistern und Rat der Stadt Hamburg von 1474 Mai 25 / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 261)
Hamburg1474.03.11.b - 1474 März 11. Nürnberg.
Kaiser Friedrich [III.] an Bürgermeister und Rat der Stadt Hamburg: teilt mit, dass Bürgermeister, Rat und Gemeinde zu Lübeck durch ihre Prokuratoren und Anwälte appelliert hätten gegen die Vorladungen und Beschwernisse, die Johann Hülscheid, der sich Freigraf von Brackel nenne, an seinem Freistuhl gegen sie erlassen hätte, gegen ihre kaiserlichen Privilegien und die zu Frankfurt beschlossene Reformation, zugunsten von Elisabeth, der Frau Tetiken Hutekawffers verfügt habe, obwohl sie sich gegenüber den Klägern zu einem rechtlichen Ausgleich bereit gefunden hätten. Da er mit anderen Geschäften belastet sei, übertrage er den Hamburgern die Appellation. Sie könnten die Parteien auf einen Tag vorladen, anhören und eine Entscheidung fällen, auch sollten sie über Elisabeth die wegen ihres Vorgehens gegen Lübecks Privilegien und die königliche Reformation fälligen Strafen verhängen. Sie könnten auch Zeugen verhören, gegen Verweigerer mit Strafen vorgehen, auch bei Abwesenheit einer Partei entscheiden und alles tun, was nach Recht und Ordnung nötig sei. (AHL, ASA, Urkunden, Externa, Hamburgensia Nr. 78b, Pergament / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 262)
Hamburg1474.03.18 - 1474 März 28. Nürnberg.
Kaiser Friedrich [III.] an Bürgermeister und Rat der Stadt Hamburg: lädt sie wegen der Türken zu April 17 nach Augsburg. - Am freytag vor Mitfasten. (StAHH, Original verloren / ebd., 211-2 Reichskammergericht F 32 Teil 9 C / Regest Nic. Stampeel, 111-1, Bd. 1, Senat n.5, S. 17 / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 263)
Hamburg1474.05.13 - 1474 Mai 13. Hamburg.
Geseke, die Witwe des Heinrich Wilmes, bestätigt (durch ihren Vormund Engelke van Hamme) vor dem Rat auf Bitten Dietrich Rodes die Übertragung der Ausstattung seiner Präbende (in Höhe von 20 Mark), die Heinrich Wilmes auf Heinrich Rickersen vorgenommen hat.
Hamburg1474.06.22 - [ca. 1474 Juni 22]. o.O.
Kaiser Friedrich [III.] an Bürgermeister und Rat der Stadt Hamburg: unterrichtet sie von der Klage des Königs von Dänemark gegen die Dithmarscher, die zur Schmach für das Reich seinen kaiserlichen Machtfehl nicht befolgt hätten. Um sie zum Gehorsam zu bringen, befiehlt er den Hamburgern bei Androhung von Strafen, den dänischen König bei seinen Unternehmungen zu unterstützen. (AHL, ASA Externa, Deutsche Territorien nr. 4480, fol. 11v-12v, erwähnt in Anlage zum Brief des Dr. Günther Milwitz von 1474 Juli 27 / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 281)
Hamburg1474.07.13 - [ca. 1474 Juli 13]. o.O.
Kaiser Friedrich [III.] an Bischof Heinrich [III.] von Münster sowie die Bürgermeister und Räte der Städte Bremen, Lübeck, Hamburg und Lüneburg: befiehlt ihnen unter Androhung schwerer Strafen, nicht mehr gegen die Grafen von Oldenburg und Delmenhorst vorzugehen. (bei Regesta Imperii, [XIII], 10, 386 / Regesta Imperii, [XIII], 10, Nr. 387)
Hamburg1474.08.28 - 1474 August 28. o.O.
Kaiser Friedrich [III.] an Bürgermeister und Rat der Stadt Hamburg: befiehlt ihnen unter Androhung des Entzugs aller Lehen, Rechte und Privilegien, gegen den Herzog [Karl] von Burgund die beschlossene Reichshilfe zu leisten. (StAHH, Regest Nic. Stampeel, 111-1, Bd. 1, Senat n.5, S. 1 / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 302)
Hamburg1474.12.12 - 1474 Dezember 12. o.O.
Kaiser Friedrich [III.] an Bürgermeister und Rat der Stadt Hamburg: befiehlt ihnen erneut die Hilfe im Krieg gegen [den Herzog von] Burgund. - Feria secunda post conceptionis Marie. (StAHH, Regest Nic. Stampeel, 111-1, Bd. 1, Senat n.5, S. 2 / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 305)
Hamburg1474.12.14 - 1474 Dezember 14. Westminster.
Eduard [IV.], König von England, in einem offenen Brief: gewährt den hansischen Kaufleuten der Guildhall zu London freien Handel und Zollfreiheit für alle importierten Güter bis zum Wert von 10.000 pfd., zur Wiedergutmachung für die von ihnen erlittenen Schäden. - Teste me ipso apud Westmonasterium, quarto decimo die Decembris anno regni nostro quarto decimo. (olim StAHH / App. C to Mr. Cooper's Report on the Foedera, 1860, 29, S. 15-16)