Regesten zu 1457

1457 März 9. Hamburg.
Bürgermeister und Rat von Hamburg an Bürgermeister und Rat von Lübeck: bezeugt, dass Richard Rodemberch die von Oldesloe aus an Clawes Ozembrugghe in Lübeck gesandten 50 Koppeln Feigen in Seeland gekauft hat, nicht gegen das Verbot der Hanse [in Flandern]. Sie senden das Zertifikat mit dem Brief mit. (AHL, Original, mit Resten des aufgedrückten Siegels / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, CDXXII, S. 422)
1457 März 19. Hamburg.
Bürgermeister und Rat von Hamburg an Bürgermeister und Rat von Stralsund: der Streit mit dem Stralsunder Bürgermeister Johann Swarte wegen eines Schiffes; berufen sich auf die Privilegenbestätigung Kaiser Friedrichs III. [von 1442 November 13], nach dem sich die Stadt nur vor ihrem königlichen Erbherrn vor Gericht stellen muss, nicht vor den (hansischen) Städten. (StA Stralsund, Städt. Urk., Nr. 1311 / Hansisches UB, 8, 545 / Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493), 20, 18, S. 58)
1457 Mai 9. Bergedorf.
Heinrich von Stiten an Gerd von Minden Bürgermeister und Johann Broling Ratsherr von Lübeck zurzeit in Hamburg: sie und der Rat von seien ja über die Versammlung von Hauptleuten vor Mölln informiert. Die von ihm geforderte Verteidigung des Bleecks [Orts Bergedorf] sei kaum möglich, weil dort nur arme Leute wohnten, die sich nicht wehren könnten. Sie hielten auch keine Nachtwache. Die Besetzung des Schlosses sei ebenso unzureichend. Herzog Adolf von Schleswig und Herzog Bernhard von Sachsen-Lauenburg wollen die Bille räumen lassen, sollen sich beteiligen. Holzlieferung aus Reinbek. (AHL, Original, mit Spuren des aufgedrückten Siegels / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, CDXLV, S. 442-43)
1457 Mai 10. Hamburg.
Herzog Adolf von Schleswig an Bürgermeister und Rat von Lübeck: er sei mit seinem Onkel Herzog Bernhard von Sachsen überein gekommen, die Bille zu räumen. Er bittet daher, wie schon die Hamburger das getan haben, ihm zu erlauben, dass er auf der Bille durch die Bergedorfer Schleuse Holz nach Hamburg flößen lassen kann. (AHL, Original, Siegel teilweise abgesprungen / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, CDXLVI, S. 443-44)
1457 Mai 10. Hamburg.
Sendeboten von Lübeck, Hamburg und Bremen entscheiden einen Streit zwischen dem Rat von Stendal und Werner Rese über niederländisches Tuch, das wegen hansischer Rezesse von der Stadt beschlagnahmt wurde, sowie einen Streit des Rats von Stade mit dem Ratsherrn Johann Berndes. (AHL, unbeglaubigte Abschrift auf Doppelblatt / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, CDXLVII, S. 444-46)
1457 Juni 10. Hamburg.
Der Rat von Hamburg an Junker Ulrich, zu Norden etc. Häuptling: Ulrich hat sich beim Rat beklagt, dass Tanne Duren, Häuptling in Jever, ene kerken besettet hebbe und Feindseligkeiten gegen Ulrich unde Siben, seinen lieben Onkel, beabsichtige. Der Rat war gebeten, Ulrich 200 Schützen zu schicken. Er antwortet nun, er werde Tanne Duren schreiben, icht vruntliken handelen edder in rechte erkennen, damit mer unroste unde vorder veide daraf nicht entstan dorve. (Frigdages in den Pinxten / Original: OLA. Jeverland, Landessachen / Pergament, beide Siegel ab / Regest: Urkundenbuch von Jever und Kniphausen, Nr. 185, 68)
1457 Juli 1. Hamburg.
Bürgermeister und Rat von Hamburg an Bürgermeister und Rat von Lübeck: haben sich wegen des Geleits für die Sendeboten nach Utrecht durch Graf Gerhard von Oldenburg, wie durch Lübeck erbeten, an Herzog Adolf von Schleswig gewandt. Ihr Schreiber Michel Synneghe hat ihnen die Kopie eines Briefs gebracht, den der Herzog an Graf Gerhard geschrieben hat; senden ihnen die Kopie eingeschlossen zu. Würden die Lübecker etwas ändern wollten, sollten sie ihnen das mitteilen, damit sie es weiterleiten. Den vorgeschlagenen Tag zu Oldesloe am nächsten Dienstag [Juli 5] werden sie besenden. (AHL, Original / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, CDLXXXI, S. 477-78)
1457 Juli 2. [Bergedorf].
Heinrich von Stiten an Bürgermeister Detlev Bremer von Hamburg: Hans Berkhusen, der die Bille räumt, hat gebeten, Holz auf Schiffen nach Hamburg bringen zu dürfen. Sieht mögliche Gefahren für Bergedorf, das Bleck hat kaum zwei Armbrüste zur Verteidigung. Dank. (AHL, Original auf Papier mit aufgedrücktem Siegel / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, CDLXXXII, S. 478-79)
1457 Juli 9. Lüneburg.
Der wieder eingesetzte Alte Rat von Lüneburg an Bürgermeister und Rat von Lübeck: beschwert sich über geistliche Personen und Institutionen, so über die Domkapitel zu Hamburg und Lübeck, und kündigt Gegenmaßnahmen an. (AHL, Original auf Papier, mit aufgedrücktem Secret / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, CDLXXXVI, S. 482-85)
1457 Juli 12. Hamburg.
Bürgermeister und Rat von Hamburg an Bürgermeister und Rat von Lübeck: haben ihren Sendeboten in Oldesloe über die Seeräuberei berichtet und gebeten, die Schiffer zu informieren. Senden nun zwei Bürger, um über Maßnahmen zu beraten. (AHL, Original mit aufgedrücktem Siegel / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, CDXC, S. 489)
1457 Juli 17. Hamburg.
Bürgermeister und Rat von Hamburg an Bürgermeister und Rat von Lübeck: haben ihnen vor einiger Zeit berichtet, dass der Erzbischof von Bremen gegen die städtischen Privilegien Güter der Kaufleute entlang der Elbe mit Beschlag belegt. Bremen und Lübeck haben bereits zuvor zugesagt, zu einem Tag zu kommen. Bitten daher nun um Besendung des mit dem Erzbischof und dem Rat von Bremen vereinbarten Tags zu Stade Sonntag vor Jacobi [Juli 24]. Ihre Sendeboten sollten am Abend des Sonnabends zu Hamburg in der Herberge sein. (AHL, Original mit Resten des aufgedrückten Secrets / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, CDXCIV, S. 491-92)
1457 August 12. Rom.
Papst Calixt III. beauftragt den Propst von Schwerin mit der Vermittlung zwischen den Räten von Hamburg und Lübeck einerseits und dem Domkapitel zu Ratzeburg andererseits im Streit über das Patronatsrecht über die Kirche in Bergedorf. (AHL, Original mit Bulle an Hanfschnur, Notar A. Lampe / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, DV, S. 501-02)
1457 Oktober 3. Hamburg.
Bürgermeister und Rat von Hamburg an Bürgermeister und Rat von Lübeck: sie sind über Vermittlung des Hamburger Domkapitels durch das Domkapitel in Lübeck wie unter Beteiligung Bischof Arnolds von Lübeck gebeten worden, ihre Boten zu Verhandlungen wegen des Prälatenstreits nach Lüneburg zu entsenden. Werden dies jedoch nicht tun, weil ihnen ihre bisherigen Bemühungen wenig gedankt worden seien und weil die Konfliktparteien sie nicht direkt gebeten hätten. Bitten ihnen das nicht zu verübeln. (AHL, Original mit Resten des Secrets / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, DXLIV, S. 539)
1457 November 14. Hamburg.
Bürgermeister und Rat von Hamburg bevollmächtigen auch im Namen des Rats von Lübeck Johann Hertze für Verhandlungen mit dem Bischof von Ratzeburg über das Patronatsrecht über die Pfarrkirche in Bergedorf, die vor dem Propst von Schwerin stattfinden werden. (AHL, Original mit anhängendem, gut erhaltenem Siegel / UB Stadt Lübeck, 9, 1893, DLXI, S. 555)
1457 Dezember 29. o.O.
Herzog Bernd II. von Braunschweig-Lüneburg privilegiert das Weichbild Harburg.