Regesten zu 1429

Hamburg1429.00.00 - [1429]. [Hamburg].
Die Kämmereiherren Johannes Gultzow und Vicko de Hove gestatten Hinrik van der Vechte, das Regenwasser bis auf Widerruf von seinem halben Erbe nach dem hinter den Schafferhaus gelegenen Turm ablaufen zu lassen. - Actum anno XIIIIc XXIX presente domino T. Moller. (StAHH, Liber memorandorum, fol. 38 / Copiae Archivi, beim Deckblatt zu 1429)
Hamburg1429.00.00.a - [1429]. [Hamburg].
Bürgermeister, Rat und die 60 bevollmächtigten Bürger gestatten den vier Bürgern, die der Stadt zur Befreiung der Gefangenen in Dänemark 4000 m. geliehen haben, Marquard Holsten, Peter Thide, Brand van dem Broke und Johan Hune, bis zur Rückzahlung das Vorrecht, bei jedem Orlof (der Erlaubnis des Rates zum Brauen) zweimal zu brauen. - Liste der 60 nach Kirchspielen. (StAHH, Liber memorandorum, fol. 38a / Copiae Archivi, beim Deckblatt zu 1429)
Hamburg1429.01.18 - 1429 Januar 18. Hamburg.
Bürgermeister und Rat zu Hamburg an Bürgermeister und Rat zu Lübeck: die Lübecker Boten haben kürzlich angefragt, ob man eine gut ausgestattete Botschaft oder mit dem Marktvogt einen Brief zum römischen König senden sollte. Der Hamburger Rat hat darüber beraten und hat entschieden, nur einen Brief zu senden. (AHL, Original mit geringen Resten des Siegels / Lübisches Urkundenbuch, 7, CCLXXXIII, S. 269)
Hamburg1429.01.28 - 1429 Januar 28. Lübeck.
Bürgermeister und Rat zu Lübeck an Bürgermeister und Rat zu Wismar: die Hamburger hätten ihren Schreiber, Johan Wadenkote, zu ihnen gesandt, der beim Herzog von Burgund, den flandrischen, brantischen, holländischen und seeländischen Städten etc. dafür geworben habe, dass die Hansestädte wieder in ihre gewöhnlichen Rechte eingesetzt werden. Dies hätte der Herzog verweigert, solange den Seinen ihre Schäden nicht erstattet würden, doch hätte man den Städten für weitere Verhandlungen Geleit erteilt. Die Hamburger hätten sie um ihre Beteiligung an der Gesandtschaft nach Flandern gebeten und wollten das Geleit entsprechend erweitern lassen. Das habe man nicht verweigern können. Die Lübecker fragen an, ob sich auch Wismar beteiligen wolle. Dann würden sie beim Herzog und den Städten entsprechend Geleit erbitten. (StA Wismar, Original, Siegel ab / Lübisches Urkundenbuch, 7, CCXCI, S. 271-72)
Hamburg1429.02.26 - 1429 Februar 26. Rom.
Papst Martin V. an den Bischof von Adria und die Dekane zu Lübeck und Ramelslo, Bremer Diözese: das Hamburger Domkapitel habe darauf hingewiesen, dass ihm seit langem die Pfarrkirchen St. Petri, St. Jacobi, St. Nicolai und St. Katherinen [zu Hamburg] und St. Johannis zu Meldorf unterstellt seien und dass die Häuser der Dominikaner und Franziskaner zu Hamburg und Meldorf von allen Einkünften, die ihnen aus Oblationen und dem, was ihnen testamentarisch oder durch Bestattungen und anderes zufließe, das kanonische Viertel an Propst, Dekan und Kapitel zu Hamburg abgeben sollten. Dies hätten jedoch die Gardiane, Prioren und Brüder der beiden Orden verweigert. Daher sei an die Römische Kurie gelangt und dem auditor causarum palacii apostolici, Magister Johannes de Opiezes, zur Entscheidung vorgelegt worden. Dieser habe zugunsten des Domkapitels entschieden und alle Schritte zur Verweigerung der Zahlungen als unrechtmäßig erklärt. Magister Johannes Schallermann, ebenfalls Auditor, habe daraufhin in päpstlichem Auftrag die rückständigen Zahlungen der Orden auf 30 Kammergld. angesetzt, doch das Domkapitel habe befürchtet, die Brüder würden dem nicht folgen, und habe um Hilfe gebeten. Martin V. weist daher die Empfänger an, das Mandat zugunsten des Domkapitels durchzusetzen, wenn notwendig mit Interdikt und Exkommunikation. - Datum Rome apud sanctos apostolos IIII kalendas Martii, pontificatus nostri anno duodecimo. (... / Copiae Archivi, beim Deckblatt zu 1429)
Hamburg1429.03.09 - 1429 März 9. Hamburg.
Bürgermeister und Rat zu Hamburg an Bürgermeister und Rat zu Lübeck: haben ihren Brief erhalten, in dem sie unter anderem bitten, dass die Lübecker nach alter Gewohnheit ihre Waren frei nach Hamburg einführen und beliebig wieder ausführen können. Dies wollen sie gern zugestehen, wenn die Hamburger in Lübeck nach alter Gewohnheit dieselben Freiheiten bekommen. (AHL, Original mit Resten des Siegels / Lübisches Urkundenbuch, 7, CCCVIII, S. 288-89)
Hamburg1429.04.03 - 1429 April 3. [Hamburg].
Georgius, Vorstender, Womele, Äbtissin, Lucia, Priorin, und der ganze Konvent zu Harvestehude [...] des ordens sunte Benedicti in einem offenen Brief: bekennen, dass sie von Meister Arnd, Maler und Pfründner auf ihrem Hof, 195 m. erhalten und sie zum Nutzen des Klosters verwandt hätten. Dafür hätten sie ihm nach einträchtiger Beratung eine jährliche Leibrente von 13 m. verkauft von den Einkünften des Klosters. zu zahlen jeweils zur Hälfte an Michaelis und Ostern. Nach seinem Tod wird ein Teil der Renten im Kloster verwandt, so für den Kauf von Kohlen, aber 8 m. gehen als Leibrenten an seine Töchter. Beide Seiten geloben die Einhaltung der Regelungen. - Gheven [...] na Godes bord in deme veerteynhundersten unde neghenundtwyntichsten yare up den ersten sondach na Paschen. (StAHH, L[iber] p[] h[ereditarum] XCIII, fol. 49b / Copiae Archivi, beim Deckblatt zu 1429)
Hamburg1429.05.06 - 1429 Mai 6. Hamburg.
Bürgermeister und Rat zu Hamburg an Bürgermeister und Rat zu Kampen: hätten ihren Brief über die Klage Kampener Schiffer und Kaufleute wegen der Beschlagnahme ihrer Güter durch einen Schiffer und Kaufmann wegen einer Forderung von 225 Schilden und ihre Bitte um Hilfe in der Angelegenheit erhalten, könnten aber niemandem sein Recht oder ein Verfahren verweigern; sie würden sonst gern tun, was möglich sei. Bekunden ihre Freude über das Ende des Konflikts Kampens und anderer mit dem Herzog von Burgund. Berichten über die Klagen Hamburger Bürger über die Wegnahme von Gütern durch die Kampener Auslieger Jacob Janssone, Peter Lammerssone, Dyderic Symonssone und andere. Bitten, den Ihren den Schaden zu ersetzen. (StA Kampen / HUB VI, 785, S. 445-46)
Hamburg1429.05.26 - 1429 Mai 26. o.O.
Heinrich von Borssele, Herr von der Veere, kündigt den Kaufleuten von Hamburg und allen von ihrer Nation in seiner Herrschaft in Seeland das ihnen einst verliehene freie Geleit auf, da jene von Hilland und Seeland über die vielen Schäden klagen würden, die sie von den Hamburgern und ihrer Nation erlitten hätten und noch erleiden würden. (AHL, Adjecta ad Acta Batavica, I / HUB VI, 788, S. 447)
Hamburg1429.09.30 - 1429 September 30. Hamburg.
Bürgermeister und Rat zu Hamburg an Bischof Christian von Oesel: er habe ihnen geschrieben, dass er und die Seinen durch Hamburger Bürger und Söldner mit Brand, Raub und Schaden überfallen worden seien. Die Hamburger teilen mit, sie seien nicht an den Vorfällen beteiligt gewesen. Sie bedauern, was geschehen ist, und bitten, sie nicht zu Unrecht zu beschuldigen. (AHL, Original mit Resten des Siegels / Lübisches Urkundenbuch, 7, CCCLIII, S. 335-36)
Hamburg1429.10.04 - 1429 Oktober 4. o.O.
Bischof Johann von Verden in einem offenen Brief: macht bekannt, dass er zur Wiedergewinnung seiner Burg Rodenburg mit Zustimmung von Dekan und Kapitel seines Bistums den Bürgermeistern und dem Rat der Stadt Lüneburg seine Zehnten und Einkünfte im Kirchwerder verkauft habe, für 3000 pfd. und 100 m. lüneb., die ihm bar ausgezahlt worden seien, allerdings in der Hoffnung auf Rückkauf. Zustimmung des Johannes Abt von Schermbeke. (Codex diplomat. über Braunschw.-Lüneb. Stadtrecht, Göttingen 1758, S. 818 / StAHH, Copiae Archivi, bei Cc 37)
Hamburg1429.11.25 - 1429 November 25. Hamburg.
Bürgermeister und Rat zu Hamburg an Bürgermeister und Rat zu Wismar: wie auf der letzten Tagfahrt zu Mölln besprochen, soll wegen der Unruhe zu Dithmarschen eine Versammlung gehalten werden. Die Hamburger bitten daher die Wismarer, zu einer Versammlung nach Itzehoe zu 1429 Dezember 5 zu kommen. Ihre Herrschaft, die Lüneburger und Lübecker werden auch dort sein. (StA Wismar, Original mit Resten des Siegels / Lübisches Urkundenbuch, 7, CCCLXIV, S. 343-44)
Hamburg1429.12.20 - 1429 Dezember 20. Hamburg.
Bürgermeister und Rat zu Hamburg an Bürgermeister und Rat zu Lübeck: teilen mit, dass Bartholomeus Voet mit seinen Gesellen etlichen ihrer Mitbürger und unschuldigen Kaufleuten vor der Elbe ihre Waren genommen und nach Wismar gebracht hat. Bitten Wismar und Bartolomeus Voet zu schreiben, dass den Bürgern und Kaufleuten ihre Waren zurückgegeben werden. (StA Wismar, Abschrift auf Papier / Lübisches Urkundenbuch, 7, CCXL, S. 347-48)
Hamburg1429.12.21 - 1429 Dezember 21. Lübeck.
Bürgermeister und Rat zu Lübeck an Bürgermeister und Rat zu Hamburg: senden den Brief Hamburgs von 1429 Dezember 20 und schließen sich den Bitten der Hamburger an. (StA Wismar, Original mit Resten des Siegels / Lübisches Urkundenbuch, 7, CCXL, S. 348-49)