Regesten zu 1418

Hamburg1418.01.21 - 1418 Januar 21. Ratzeburg.
Erik V. und Bernhard, Herzöge von Sachsen-Lauenburg, bestätigen dem Vogt des Bistums Ratzeburg die ihm und seinen Nachfolgern von ihrem Vetter, dem Herzog Erich III., verliehene Lehnware über die Kirchspielskirche in Bergedorf und die Kreuz-Kapelle bei Bergedorf. (AHL, Original, zwei Siegel: das große Reitersiegel Eriks V., etwas beschädigt, dazu das kleine Siegel des Herzogs Bernhard, noch stärker beschädigt / Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 6, 1881, Nr. VI, S. 6-7 / Westphalen, Monumenta inedita, S. 2322 / Copiae Archivi, beim Deckblatt zu 1418)
Hamburg1418.03.27 - 1418 März 27. Lübeck.
Bürgermeister und Rat zu Lübeck an Bürgermeister und Rat zu Wismar: bitten die Wismarer, zusammen mit Rostock und Stralsund gegen die Vitalienbrüder in dieser See [der Ostsee] vorzugehen, was sie bisher nicht getan hätten, obwohl sich Lübeck darauf verlassen habe. Währenddessen hätten Lübeck und Hamburg [in der Nordsee] hohe Kosten im Kampf gegen die Seeräuber gehabt. (StA Wismar, Original / Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 6, 1881, Nr. XVI, S. 16-17)
Hamburg1418.04.17 - 1418 April 17. o.O.
Entwurf für einen Friedensschluss der Grafen Dietrich und Christian VII. von Oldenburg mit den Städten Lübeck und Hamburg. Erwähnung Sybids zu Rustringen und der Stadt Oldenburg, deren Bürgermeister Frederik Bock mit Hamburg und Lübeck verhandelt hat. (AHL, unbeglaubigte Abschrift auf Papier, so zum Abschluss gelangt / Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 6, 1881, Nr. XX, S. 23-24)
Hamburg1418.04.18 - 1418 April 18. o.O.
Die Ratsherren Tidemann Centin und Johann Wulf an Hamburger Bürgermeister und Rat: berichten über ihre Verhandlungen mit den Grafen von Oldenburg und senden den Entwurf des Vertrags [von 1418 April 17]. Verpflichten sich, die Feinde der Städte nicht weiter zu unterstützen. Die Vereinbarungen werden mit einer Zahlung von 400 rh.gld. an Jacobi wirksam. Empfehlen die Besendung der Tagfahrt zu Bremen, für die der Erzbischof von Bremen Geleit erteilen wird, um dort mit den Grafen weiter zu verhandeln. (AHL, Abschrift auf Papier / Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 6, 1881, Nr. XXI, S. 24-25)
HG2 - Hamburg1418.04.20 - 1418 April 20. Newcastle upon Tyne.
Der Mayor von Newcastle upon Tyne an die Bürgermeister, Schöffen, Ratsherren und die übrigen Amtsträger der Stadt Hamburg in Holstein: schreibt wegen des Raubes des Schiffes le George mit seinen Waren um 1418 Februar 22 in der Nähe Norwegens bei Skeresond durch Soldaten und Diener des Herzogs von Schleswig, die das Schiff mit Waren nach der Tat nach Rendsburg gebracht hätten. Teilt mit, dass Willelmus de Ellyrby und Robertus Michelsone, Mitbürger und Besitzer des Schiffes und von Teilen der Waren Petrus Chartres, Mitbürger, als Sachwalter zur Wiedererlangung eingesetzt hätten. Bittet um Rückgabe an diesen ohne Behinderung, wie in einem ähnlichen Fall auch von ihm verlangt worden sei. Siegelankündigung des Mayors. - Datum apud dictam villam Novi Castri […] vicesimo die mensis Aprilis anno domini millesimo quadringentesimo decimo octavo. (Regest HUB VI, 154, S. 72-73 / StAHH Threse Ll 39)
Hamburg1418.04.23 - 1418 April 23. [Hamburg].
Die Hamburger Ratsherren Cord Brekewolt und Detmar van Tune an Bürgermeister und Rat zu Lübeck: haben nach ihrer Rückkehr nach Hamburg einen Brief von Tideman Serntyne und Johan Wulue verlesen bekommen, die mit den Oldenburgern die Zahlung der 400 rh. gld. auf Jacobi vereinbart haben. Haben mit dem Rat gesprochen und die Besendung der Tagfahrt zu Bremen beschlossen, da sie sich noch nicht hinreichend sicher fühlen. Sie legen den Brief an Tideman und Johan bei. Die Angelegenheit des Marquard Tymme. Schiffskosten. (AHL, Original, Papier / Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 6, 1881, Nr. XXIII, S. 26-27)
Hamburg1418.04.30 - 1418 April 30. [Lüneburg].
Bürgermeister und Ratsherren zu Lüneburg an Bürgermeister und Ratsherren zu Hamburg: teilen mit, dass vor ihnen die Jungfrau Grete van Daren aus Konvent in ihrer Stadt mit ihren Vormunden Johann Schellepeper, Ratsherr, und Hinrik Rubow, Bürger zu Lüneburg, erschienen sei und Diderik van Geynsen, Hamburger Ratsschreiber, und Ludeke van Eylzen, Hamburger Bürger, bevollmächtigt habe, dem Hamburger Bürger Hans Endeholte das halbe Erbe an der Deichstraße zu übertragen, das Grete vom verstorbenen Bernd Hardestorp geerbt habe. Bitten, diese Übertragung in das Hamburger Stadtbuch einzutragen. (StAHH, Cl. VII Lit. Ff nr. 29a, Original in Akten zur Deichstraße / StAHH, Copiae Archivi bei Ss 49)
HG2 - Hamburg1418.05.28 - 1418 Mai 28. Hamburg.
Bürgermeister und Rat zu Hamburg in einem offenen Brief an Herzog Johann von Bayern, Elekt zu Lüttich, Gherd van Hemmeskerken, Hauptmann zu Brielle, sowie die Schöffen, Ratsherrn und Schultheißen (schulten) der Städte Brielle und Dordrecht: machen bekannt, dass ihnen Bürger der Stadt Hamburg geklagt hätten, dass ihre mit Bier beladenen Schiffe durch Gherd van Hemmeskerken, die Dordrechter und die Brielle arrestiert worden seien. Das betreffe: [1.] in Dordrecht das Schiff von Schele Pape; [2.] in Dordrecht das Schiff von Johan Wildestorpe; [3.] in Dordrecht das Schiff von Gherd Willemsson aus Harderwijk (Herderwiik); [4.] in Dordrecht das Schiff von [Laurencius Bra]messon aus Harderwijk; [5.] in Brielle das Schiff von Eggherd Arndessone aus Staveren; [6.] in Brielle das Schiff von Clawes Albertssone aus Kampen [jeweils mit Hausmarken]; [7.] in Brielle habe der Schiffer Ludeke Wulffhagen aus Hamburg schwören müssen, vor 1418 Juni 24 wieder zu kommen; [8.] im genannten Schiff von Johannes Wildestorpe habe auch Wilke Luders Bier verschifft; dazu hätten auch andere Bürger, die nun außer Landes seien, ihr Bier und andere Waren in diesen Schiffen ausgeführt. Bürgermeister und Rat bevollmächtigen daher das Kontor zu Brügge, darauf hin zu wirken, dass die in Flandern anwesende Kaufleute, die betroffen seien, ihre Schiffe, Bier und Güter über das Hamburger Kontor zu Sluis fordern, einmahnen und empfangen können. Die vom Hamburger Kontor getroffenen Vereinbarungen wollten sie unverbrüchlich einhalten. Bitten die Empfänger um Hilfe für die Hamburger Bürger. - Gheven to Hamborch na unses heren bord dusend veerhundert dar na in deme achteyden iare an deme xxviii[ten] dage des mantes May. (ediert HUB VI, 164, S. 80-85 / StAHH Threse Ff 7)
Hamburg1418.06.02 - 1418 Juni 12. o.O.
Die Grafen Dietrich und Christian VII. von Oldenburg söhnen sich mit den Städten Lübeck und Hamburg aus; sie sagen für sich und ihre Nachkommen zu, dass die Kaufleute von ihrem Gebiet aus künftig nicht mehr von ihren Gesellen und Ausliegern angegriffen werden, sondern sicher ziehen können. (AHL, Abschrift, von der Hand eines Lübecker Schreibers / Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 6, 1881, Nr. XXIV, S. 27-28)
HG2 - Hamburg1418.07.15 - 1418 Juli 15. [Hamburg].
Die Hamburger Ratsherren an Hinrik van dem Berghe und Hinrik Hoyer, Bürgermeister, sowie Erike van Tzeven, Ratsherr zu Hamburg: erinnern daran, dass sie dem Herzog Heinrich von Schleswig schon vor längerem wegen des Schiffes und Gutes, das seine Auslieger den Engländern genommen und nach Rendsburg gebracht hätten, geschrieben zu haben. Erinnern auch daran, dass schon etliche Ratsherren bislang vergeblich mit dem Herzog zu Rendsburg verhandelt hätten, damit den Engländern Schiff und Gut zurück erstattet werde. Schreiben, dass daher der Mayor von Newcastle upon Tyne ihnen einen offenen, besiegelten Brief gesandt habe, wie die beigelegte Abschrift ausweise. Bitten darum, dass sie sich beim Herzog für eine Rückgabe einsetzen; befürchten sonst Nachteile für ihre Bürger. Siegelankündigung. - In aller apostel daghe anno etc. xviijo. (Regest HUB VI, 177, S. 92-93 / StAHH Threse Ll 39)
Hamburg1418.08.18 - 1418 August 18. Lübeck.
Bürgermeister und Rat sowie die Ratssendeboten der zehn Städte Köln, Bremen, Dortmund, Rostock, Stralsund, Wismar, Lüneburg, Greifswald, Münster und Soest machen bekannt, dass sie im Namen der zu Lübeck versammelten Hansestädte die Vermittlung zwischen Herzog Erich von Sachsen-Lauenburg sowie Lübeck und Hamburg übernommen haben und wie diese erfolgen soll. (AHL, Original / Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 6, 1881, Nr. XLIV, S. 84-85)
Hamburg1418.08.19 - 1418 August 19. Hamburg.
Bürgermeister und Rat der Stadt Hamburg an Bürgermeister und Rat zu Lüneburg: teilen mit, dass Graf Nikolaus von Holstein auf einem Tag zu Ahrensbök schwere Vorwürfe gegen Lüneburg erhoben habe. Die Hamburger Ratssendeboten hätten ihn aber vorerst von feindlichen Schritten abhalten können. Bitten um Besendung eines Tags zu Hamburg. - Scriptum ipso die beati Magni martiris e confessoris [..]. (Stadtarchiv Lüneburg, Pergament, Reste des briefschließenden Siegels / Copiae Archivi, beim Deckblatt zu 1418)
Hamburg1418.09.06 - 1418 September 6. Lübeck.
Bürgermeister und Rat zu Lübeck an Bürgermeister und Rat zu Wismar: bitten sie dringend, zum nächsten Sonntag ihre Vertreter zum vereinbarten Tag nach Mölln zwischen dem Herzog von Sachsen-Lauenburg, ihnen und den Hamburgern zu senden. (StA Wismar, Original mit Siegelrest / Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 6, 1881, Nr. LI, S. 89)
Hamburg1418.11.15 - 1418 November 15. o.O.
Grafen Dietrich und Christian von Oldenburg an Bürgermeister und Räte zu Lübeck und Hamburg: ihre Leute, Bürgermeister und Rat zu Oldenburg, hätten ihnen über die Verhandlungen mit den Ratsherren Detmar van Thünen aus Lübeck, Johann Kletze aus Hamburg, Herbort Duckel aus Bremen und Reymer Eystede aus Stade berichtet, dass diese abgereist seien, weil ihnen fälschlich mitgeteilt worden sei, die Auslieger seien wieder in die See gezogen. Bitten, ihre Gesandten Detmar und Johann nach der Rückkehr zu befragen, warum sie ohne ihr Wissen von Oldenburg abgereist seien, ohne die Ankunft der Grafen abzuwarten. Erwarten Auskunft dazu. (AHL, Original auf Papier, Siegel kaum erhalten / Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 6, 1881, Nr. LXIX, S. 109-10)
HambUB1418.11.16 - [1418 nach November 15]. o.O.
Grafen Dietrich und Christian von Oldenburg an Bürgermeister und Rat zu Hamburg: ihr Diener Gherd Staffhorst habe ihnen von seinen freundlichen Gesprächen mit dem Rat berichtet. Hoffen, dass sie die Lübecker entsprechend informiert haben. Falls es Zweifel gebe, versichern sie, dass sie den geschlossenen Vertrag in jeder Hinsicht einhalten würden. (AHL, Abschrift auf Papier / Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 6, 1881, Nr. LXX, S. 110-11)