REGESTEN 1363
1363, Januar
Hochmeister Winrich von Kniprode verleiht mit Rat seiner Mitgebietiger Gawdeke und Cantim, Brüdern, erblich 8 Hufen bei Bolestow [Blöstau, nordöstl. von Konigsberg] in angewiesenen Grenzen zum selben Recht, wie sie ihr Gut im Kammeramt Wargen haben, gegen einen Dienst mit Pferden und Waffen in Heeresfolge und Burgenbau. Siegelankündigung. - Gegeben czu Holland am jarstage […] dreyczenhundirtdreyundsechczig jar. - Zeugen: her Wolferam von Beldirsheym groskompthur, her Johan Schindekop obirster marschalk, her Ortolff von Tryre obirster spitteler und kompthur czum Elbinge, her Wernher von Rundorff obirster trappier und kompthur czu Cristburg, her Swedir von Pelland treßeler, her Wicboldi unser cappellan, Daniel von Menden, Conrad von Calmonte unsere compan […]. (Perg.-Urkk. XXX, 3, Transsumpt des Hochmeisters Konrad von Jungingen für Jacob Merke von Wargen von 1406 Mai 11 / OF 107, fol. 232r, Abschrift um 1400 / OF 108 fol. 243v Abschrift Anfang 15. Jh.; Überschrift in den Registern: Trumpow villa, Jokob von Wargen; eingeordnet unter dem Kammeramt Schaaken / JH II, 1564, S. 182 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 51)
Hochmeister Winrich von Kniprode verleiht mit Rat seiner Mitgebietiger Tustym erblich 4 Hufen by dem molegraben in dem Wilke in angewiesenen Grenzen zu seinem alten Gut und Dienst und zum gleichen Recht. Siegelankündigung. - Gegeben czu Holland am jarstage […] dreyczenhundirtdreyundsechczig jar. - Zeugen: her Wolferam von Beldirsheym groskompthur, her Johan Schindekop obirster marschalk, her Swedir von Pelland treßeler, her Wicboldi unser cappellan, Daniel von Menden, Conrad von Calmonte unsere compan […]. (OF 107, fol. 150v, Abschrift um 1400 / OF 108 fol. 156r, Abschrift Anfang 15. Jh.; Überschrift in den Registern: Deser gehort demeselben czu [voraus geht die Hauptverleihung von 1354] / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 51)
Abbracham plebanus et decanus in Nuinborg [Neuenburg] dyocesis Wladisl[aviensis] schickt Bischof Nikolaus von Pomesanien unter Siegelverschluss die Aussage des Ritters Johannes de Ostirwicz [Osterwitt, nördl. von Neuenburg] (deposiciones et attestaciones domini […] militis […] in ipsius simplicitate factas), den er auf Ersuchen des Bischofs eidlich zum Fall des Ritters Jachand von Clemend und seiner Söhne Coczmarus und Nikolaus und deren gegen einen Vergleich mit dem Domkapitel verstoßenden Mühlenbau vernommen hatte. Der Zeuge sagte aus, er erinnere sich an den Vergleich zwischen dem Domkapitel und Ritter Dietrich (Theode[r]icus) Stange. Danach habe dieser eine Mühle abreissen und dem Kapitel 10 Hufen abtreten müssen. Obwohl er keine genaue Zahl von Jahren angeben könne, schätze er, dies sei vor über 50 Jahren geschehen. - Actum et datum in domo dotis mee anno Domini Mo CCCo LII, feria quarta ante Epyphanie. (Inseriert in dem Rotulus des Notars Heinrich Fredecke über den Prozess zwischen dem pomesanischen Domkapitel und Jachant von Clement [PrUB6.1.195] / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 52)
Der Komtur von Danzig (Danczk) Giselbrecht von Dudelsheime verleiht auf Geheiß seiner Oberen und mit Rat seiner ältesten Danziger DO-Brüder dem getreuen Herrn Peter von der Kacze, Ritter, 49 Hufen in den Dörfern Gros Kacze [Groß Katz, nordnordwestl. von Danzig], Kleyn Kacze [Klein Katz, nordnordwestl. von Danzig] und Kolipke [Koliebken, nordnordwestl. von Danzig] zu magdeburgischem Recht frei und erblich. Herr Peter gibt davon dem Hause Danzig jährlich an Martini 3 m. für Kuh und Schwein, bäuerliche Arbeit und die polnischen Rechte, die der Orden dort hatte. Untermaß soll nicht ausgeglichen werden. Herr Peter darf in der Salzsee mit einem Kahn, do eyner selbvirde inne gevischin mag, mit kleinem Gerät zum Eigenbedarf fischen. Die Gutsbewohner, sy sin uf hubenzcal ader uf huben gessessyn, dürfen in der salczen see nebin deme lande, das do Kacze ist genant, mit kleinem Gerät zum Eigenbedarf gegen eine jährlich zu Pfingsten an den Fischmeister zu zahlende Abgabe von 1 m. fischen. Were ouch, das sy czu Heyle [Hela] vischin weldin, so das gemeyne lantvolk tut, so sullen deme vischermeister sin rech din glich andirn luten. Herr Peter erhält großes und kleines Gericht mit Ausnahme der dem Orden vorbehaltenen Straßengerichte. Er leistet einen Platendienst in Heeresfolge und Burgenbau. Siegelankündigung. - Gesehen […] Mo CCCo LXXXIIIo an deme mon[tage] noch Epyphanie. - Zeugen: bruder Lodewik huskomptur, Heynrich von M[un]de[n] vischmeyster etc. (APGd., 300,81 Nr. 1 [Danziger Komtureibuch], S. 106, Abschrift letztes Jahrzehnt 14. Jh. / OF 91a Bl. 119v [fol. 96v], Überschrift in Bund C: Kacze, Kolipke; eingeordnet in B und C unter den Handfesten des Gebietes Danzig / Ksiega komturstwa S. 61 Nr. 69 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 52-53)
Die in Stralsund versammelten Ratsendeboten der Städte Hamburg, Lübeck, Kiel, Wismar, Rostock, Greifswald, Stettin, Stargard und Anklam antworten den preußischen Städten auf ihren Brief [von 1362 Dezember 18] [PrUB6.1.85]. - […] (APT, II, 71, Or. Perg. mit dem beschädigten, briefschließenden Sekret der Stadt Stralsund auf der Rückseite / inseriert in den Rezess der Hansestädte / Sartorius-Lappenberg, 2, in 218d, S. 511 / HR I.1, 286, S. 215 [unter Jan. 1] / Dipl. Dan. III 6, 294, S. 258 / Reg. dipl. Dan. 1, 2523, S. 298 / ibid., II,1, 2458 / HUB, 4, 71, S. 36 [unter Jan. 1] / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 53-54)
Anno Domini Mo CCCo LXIII die Circumcisionis Domini. - Die in Stralsund versammelten Sendeboten der Städte Lübeck, Rostock, Wismar, Stettin, Kiel, Greifswald, Stralsund, Anklam und Stargard beschließen u. a. [3.] mit dem Pfundzoll aus Preußen Kiel zu entschädigen (item illis de Kylone demonstratum est thelonium in Prussia in sublevamen dampni eorum recepti). Sie rechnen [5.] über die Pfundzolleinnahmen ab, darunter auch über die preußischen: Prussia 800 marcas minus 20 marcis Prucienses et 50 marcis Pruciensibus eciam minus, quas dominus Iohannes Partzevale cum suo socio receperunt. Am Schluss stehen Abschriften [9.] des Schreibens der preußischen Städte an die Seestädte von 1362 Dezember 18 [PrUB6.1.85] und [10.] des Antwortschreibens der Seestädte von 1363 Januar 13 [PrUB6.1.95]. - (Kopenhagen, Kgl. Bibliothek, Den Ledreborgske Samling Ms. 6 [Lübecker Rezesssammlung] fol. 3r, Abschrift von 1404 / HR I.1, 280, S. 210 / Dipl. Dan. Ill, 6, 297, S. 262 [Teildruck] / Reg. dipl. Dan. II,1, *2454, S. 336 / Brem. UB. 3, 193, S. 157 / Meckl. UB. 15, 9127, S. 276 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 54-55)
Pilgerim[us] de Claustrello [Klösterchen, südwestl. von Riesenburg}, Hanko Bu[n]do[n]is de Gunthin [Gunthen, nordnordwestl. von Riesenburg}, Barcko de Schillingsdorf {südsüdwestl. von Garnsee], Nico[aus] de Crapelow, heredes domini quondam Guntho[n]is legen zusammen mit ihren Brüdern, Schwestern und allen Miterben ihren Streit (dubitacio seu controversia) mit Bischof Nikolaus von Pomesanien und den Bürgern (cives) von Resinb[ur]g [Riesenburg} über die Grenzen ihrer Besitzungen gütlich bei, der aus der Klausel der Handfeste des G[untho] et abinde procedendo ad lacum nostrum Sargin [Sorgen-See} ad tyliam iuxta viam pro granicia ibi signatam et abinde procedendo ad eum locum, ubi rivulus Lyva [Liebe] effluit lacum Levencz [Schloss-See] prenotatum entstanden war. Die Erben beanspruchten danach Teile beider Seen und der Felder der Bürger von Riesenburg, quia videbatur nobis a tilia predicta directe per dictos lacus et agrum predictum fore ad eum locum, ubi Lyva rivulus lacum Levencz effluit, procedendum. Da durch verschiedene Erbgänge (varietate successionum) und das Gutdünken von Miterben (arbitrio possessorum coheredum nostrorum) 8½ Hufen im Dorfe Bobencz des verstorbenen G[untho] durch Kauf an den Bischof und seine Kirche gelangt waren, gibt der Bischof als Ausgleich für den Mangel (ad supplendum defectum), dessentwegen die Erben ihre Ansprüche erhoben, und zur Beilegung des Streits den Erben 4 Hufen in diesem Dorfe frei zurück und gestattet dem Miterben Hanko Bu[n]do[n]is, die restlichen 4½ Hufen zum Verkaufspreis zurückzukaufen. Die Erben des G[untho] stellen ihrerseits fest: non esse procedendum directe a tilia prope stratam publicam iuxta lacum Sargi[n] pro granicia signata ad locum, ubi rivulus Lyva lacum Levencz effluit, sed a dicta tilia procedendum fore directe usque ad lacum Sargi[n] et in littore seu ripa lacus usque, ubi fluvius de ipso lacu effluit; inde in litore seu ripa fluvii eundo et fluvium a sinistris tenendo, ita quod totus fluvius in ecclesie parte remaneat, usque ad locum, ubi dictus fluvius lacum Wanbin influit; inde trans fluvium procedendo in ripa seu littore lacus Wamby[n] lacum tenendo a dextris usque ad rivulum Kelnicz; inde trans rivulum Kelnicz in ripa seu littore rivuli ipsum rivulum tenendo a sinistris usque ad lacum Levencz; inde procedendo in litore seu ripa lacus Levencz usque ad illum locum, ubi fluvius Liva dictum lacum effluit. Die Erben erklären alle dem entgegenstehenden früheren Handfesten (rescripta seu privilegia) für kraftlos. Siegelankündigung der Aussteller. - Actum et datum in castro Resinb[ur]g anno Domini 1363 in octava Epyphanie presentibus etc. (OF 116, S. 40 [fol. 19v], Abschrift von 1381 / Pomes. UB, 63, S. 96 / SRP 5, S. 419 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 55-56)
Bischof Nikolaus von Pomesanien gestattet den v. Gunthin in einer der vorausgehenden ähnlichen Urkunde, in der Liebe einen Fischsack hinter dem bischöflichen aufzustellen [Teil des Vergleichs von diesem Datum, s. PrUB6.1.97]. (OF 116 S. 41 [fol. 20], Nachtrag / SRP Bd. 5 S. 420 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 56)
Bischof Johannes [II.] von Ermland (Warmenit) inkorporiert dem Nonnenkloster der Stadt Samblanth [Konigsberg-Löbenicht], damit Observanz der Regel und Gottesdienst nicht durch Mangel an zeitlichen Gütern beeinträchtigt werden, auf Bitten (instendickeit) des Hochmeisters Winrich von Kniprode und mit Zustimmung des ermländischen Domkapitels die zu seinem Bistum gehörige Pfarrkirche zu Lichtenhain [Lichtenhagen, südsüdwestlich von Königsberg], vorbehaltlich seiner bischöflichen Rechte. Wegen der weiten Entfernungen innerhalb der Pfarrei teilt er diese auf Bitten von Äbtissin und Konvent und erhebt die Filiale (zukirch) zu Haberstro [Haffstrom, westsüdwestlich von Königsberg] zur Pfarrkirche. Äbtissin und Konvent präsentieren für jede Kirche einen vom Bischof einzusetzenden Vikar, welcher von den einkommen, durch die bruder ihm vorordent, erhalten, gastfrey sey und die bischofflichen gerechticketen erlege, alles thun, so ime von recht zu thun gepüret. Siegelankündigung. - Geben inn unserm schlosz Heilsbergk anno 1363 den virtzehenden Januarii. (OF 106, Bl. 168v [fol. 145v], Abschrift des 16. in dt. Übers., ursprünglich wohl lateinisch, Überschrift: Uber die kirch Lichtenhain und capellen Haberstrohe / Saml. UB. 471, S. 324 Nr. 471 / Reg. d. Stadt Kbg. 41, S. 20 / UB Kbg. 53, S. 71 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 56-57)
Die Ritter Reginaldus de Vivone [Vivonne}, Herr von Poylhe [Pouille], Guiardus, Herr von Argenton [Argenton-Chaseu] und sein Bruder Gaufridus nehmen als Hauptschuldner unter der Bürgschaft der Ritter Ludovicus vicecomes de Ruppechoardi [Rochechouart], Ugo de Surgeres [Surgeres], Johannes de Balac [Bellac], und des Knappen Ugo de Vivone, Herren von Stanno, bei dem Thorner Bürger Hermann von Dulmen 2600 alte Goldschilde [ecu] auf, die nach Fronleichnam in Brügge zurückgezahlt werden sollen. Siegelankündigung (Schuldner und Bürgen). - Thoron die dominica post octavam Epiphanie Domini anno Domini millesimo CCCmo sexagesimo tercio. (erwähnt in der Quittung von 1364 Dezember 22, s.[PrUB6.1.328] / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 57)
Sammelsupplik, in der doctores, licenciati, magistri, bacall[arei], iurisperiti et alii den Papst u. a. um folgende Gnadengaben bitten:
[fol. 177] [32.] für Iohanni Pomerario de Brussia magistro in artibus et bacall[areo] in medicina clerico Wladislavien[sis] diocesis um Provision mit einem Kanonikat samt Anwartschaft auf eine Präbende der Kirche Wloczlawek (ecclesie Wladislavien[sis]) non obstante, quod in gracia communi pauperum graciam per e[xaminatores] s[anctitatis] v[estre] factam ad collacionem decani et capituli ecclesie collegiate sancti Widonis Spiren[sis] [Speyer] obtinuit, quam graciam sibi dignemini reservare. - Habeat, quod petit.
[fol. 178] [45.] für Iohanni Brise de Prussia clerico Warmien[sis] diocesis, bacall[areo] in artibus disputante, determinante um Provision mit einem Kanonikat samt Anwartschaft auf eine Präbende in der ermländischen Kirche (ecclesie Warmien[sis]). - Habeat, quod petit. -
[fol. 178v] Datum Avinion[e] XVII kalendas Februarii anno primo. (AAV, Reg. Suppl. 37 [alt 35], fol. 175r-178v, Überschrift: Rotulus doctorum, magistrorum, licenciatorum, bacall[areorum] et peritorum Alaman[n]ie, am Rande links neben der Supplik betr. Joh. Pomerarius: W[ladislaviensis], neben der betr. Joh. Brise: W[armiensis] / Ptasnile, Analecta Vat., 422, S. 401 / Motzki, Ordensland, 93, S. 46 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 57)
[fol. 177] [32.] für Iohanni Pomerario de Brussia magistro in artibus et bacall[areo] in medicina clerico Wladislavien[sis] diocesis um Provision mit einem Kanonikat samt Anwartschaft auf eine Präbende der Kirche Wloczlawek (ecclesie Wladislavien[sis]) non obstante, quod in gracia communi pauperum graciam per e[xaminatores] s[anctitatis] v[estre] factam ad collacionem decani et capituli ecclesie collegiate sancti Widonis Spiren[sis] [Speyer] obtinuit, quam graciam sibi dignemini reservare. - Habeat, quod petit.
[fol. 178] [45.] für Iohanni Brise de Prussia clerico Warmien[sis] diocesis, bacall[areo] in artibus disputante, determinante um Provision mit einem Kanonikat samt Anwartschaft auf eine Präbende in der ermländischen Kirche (ecclesie Warmien[sis]). - Habeat, quod petit. -
[fol. 178v] Datum Avinion[e] XVII kalendas Februarii anno primo. (AAV, Reg. Suppl. 37 [alt 35], fol. 175r-178v, Überschrift: Rotulus doctorum, magistrorum, licenciatorum, bacall[areorum] et peritorum Alaman[n]ie, am Rande links neben der Supplik betr. Joh. Pomerarius: W[ladislaviensis], neben der betr. Joh. Brise: W[armiensis] / Ptasnile, Analecta Vat., 422, S. 401 / Motzki, Ordensland, 93, S. 46 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 57)
Papst Urban V. providiert Johannes Pomeranus de Prussia mit einem Kanonikat samt Anwartschaft auf eine Präbende in der Kirche Wloczlawek (ecclesie Wladislavien[sis]), ungeachtet, quod super provisione tibi facienda de beneficio ecclesiastico cum cura vel sine cura spectante communiter ad collacionem vel presentacionem dilectorum filiorum decani et capituli ecclesie sancti Widonis Spiren[sis] per certos examinatores per nos ad hoc deputatos in communi forma assignacio, super qua fieri litteras non fecisti, extitit tibi facta, quam quidem assignacionem et omnia exinde secuta exnunc cassamus et irritamus. - Datum Avinion[e] XVII kalendas Februarii anno primo. (AAV, Reg. Av. 151, fol. 472r-v, Nr. 510, Litterarum sciencia; Taxe 11½+13½; ibid., fol. 472v, Exekutoriale vom selben Tag an den Bischof von Kulm, den Abt von Pelplin [de Popelin Wladislavien[sis] diocesis] und den Propst von Kulm / Theiner, 1, in 837, S. 622 / Urbain V, Lettres Communes 2, 7544, S. 349 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 58)
Papst Urban V. providiert Johannes Vrise de Prussia mit einem Kanonikat samt Anwartschaft auf eine Präbende in der ermländischen Kirche (ecclesie Warmien[sis]). - Datum Avinion[e] XVII kalendas Februarii anno primo. (AAV, Reg. Av. 151, fol. 388r, Nr. 254, Vite ac morum; Taxe 10½ + 12½.; ibid., Exekutoriale vom selben Tag an den Bischof von Pomesanien, den Abt von Pelplin [Polpelyn Wladislavien[sis] diocesis] und den Dekan von St. Peter in Avignon / Theiner, 1, in 837, S. 622. / Codex dipl. Warm., 2, 342, S. 350 / Urbain V, Lettres Communes, 2, 7541, S. 348 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 58)
Der Komtur von Tuchel Siegfried von Gerlachsheim verleiht und verkauft mit Zustimmung des Hochmeisters Winrich von Kniprode und Rat (mit vlysziger handelunge) seiner Tucheler DO-Brüder dem erbarn wysen manne Wylleken molner erblich die Mühle des Ordens czum Raczens [Reetzer-Mühle nnw von Tuchel] mit der nuwen mole by der Bra [Brahe] gelegen zu Erbrecht und gebin demselbin und synen erbin dy vorgenanten molen czu buwen […], als in das beqwemest dunkit. Dafür soll er dem Orden 4 ihm gelieferte Schweine mästen und jährlich an Martini von beiden Mühlen zusammen 9 Last Roggen zinsen. Willeken erhält zwei Morgen Acker bei der Reetzer Mühle und 30 Morgen bei der neuen Mühle, dazu freie Fischerei in den Mühlteichen. Im Umkreis einer Meile soll der Orden innerhalb des Gebietes Tuchel ohne Zustimmung Willekens keine Mühle bauen. Siegelankündigung. - Zeugen: Her Niclus unsir pristirbrudir, brudir Matias kochemeister. - Gegebin und gesehen czum Tuchol […] tusunddrihundirtdryundsechczige am neesten vrytage vor Purificacionis Marie. (OF 93 fol. 64r, Abschrift von 1400, Überschrift: Raczens mole, unter den Handfesten der Mühlen des Gebietes Tuchel / OF 121 Bl. 15v, Abschrift von 1430, Überschrift: Dy mole czum Raczans und newe müle / OF 98 fol. 29r, Abschrift 16. Jh. / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 58-59)
Der päpstliche und kaiserliche Notar Hinr[icus] Hinr[ici] dicti Fredecke de Bischoffw[er]dir, Geistlicher der pomesanischen Diözese, transsumiert ein Privileg (littera privilegialis continens libertatem) über die Dörfer Brockow [Brakau, nordöstl. von Marienwerder] und Lamp[er]ti villa [Kamiontken, nordöstl.von Marienwerder], welche Ritter Jachant von Clemend und seine Söhne Coczmarus und Nikolaus als Lehen (pheudi tituloanno Domini Mo CCCo LXIII […] feria secunda proxima ante diem Purificacionis beate Marie, hora IX vel quasi, in loco kathedralis ecclesie Pomez[aniensis] in domo domini […] prepositi, durch Johannes Pfarrer in Riesenburg (Resinb[ur]g), besiegelt mit den länglichen Siegeln Bischof Rudolfs und des Domkapitels von Pomesanien. - Es folgt die Urkunde Bischof Rudolfs von 1323 März 11, [PrUB2.400] […]. - Unterschrift des Notars mit den Zeugen: domino Bandone plebano in Hollan[dia] [Pr. Holland] et dominis Ticzcone de Pa[n]kow [Gr. o. Kl. Bandtken, südöstl. von Marienwerder], Scha[m]borio de Balow [Gr. o. Kl. Baalau, südwestl. von Christburg}, Frederico Schindeman[n] de Lodewigchdorf [Gr. o. Kl. Ludwigsdorf, westl. von Freystadt] militibus, Nicol[ao] de Clemend, Pilgerimo de Ottula [Gr. o. Kl. Ottlau, süssüdöstl. von Marienwerder], Hugone de Elzenow vasallis. (OF 116, S. 43 [fol. 21r] - Überschrift auf S. 42 unten: Sequitur instrumentum pri[vilegial]e concordie de servicio Brockow et Lamp[er]tivilla / die transsumierte Urkunde auch im Rotulus desselben Notars über den Prozess zwischen Jachant von Clement und dem pomesanischen Domkapitel, s. [PrUB6.1.195] / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 59)
Supplik des Hochmeisters des Deutschen Ordens:
[1.] betr. die Provision seines Verwandten (dilecto consanguineo suo) Winrich von Kniprode mit einem Kanonikat samt Anwartschaft auf eine Präbende in Lüttich (ecclesie Leodien[sis]). Dieselbe bereits durch Papst Innocenz VI. gewährte Gnade war seinerzeit nicht beurkundet worden. - Fiat in ecclesia collegiata sancti Pauli Leodien[si].
[2.] betr. die Provision des Herbord Ruze mit einem Kanonikat samt Anwartschaft auf eine Präbende in Bonn (ecclesie Bunnen[sis] Colonien[sis] diocesis) ungeachtet dessen, dass er bereits die Pfarrkirche in Kiwitten (Kiwiten Warmien[sis] diocesis) innehat. Dieselbe bereits durch Papst Innocenz VI. gewährte Gnade war seinerzeit nicht beurkundet worden. - Fiat B. Et quod transeant sine alia lectione. Fiat B. -
Datum Avinion[e] pridie kalendas Februarii anno primo. (AAV, Reg. Suppl. 37 [alt 35], fol. 150r, links am Rande neben 1: L[eodiensis], neben 2: C[oloniensis]/ Analecta Vaticano-Belgica, 7, 595, S. 184 / Motzki, Ordensland, 94, S. 47 / Sauerland, Urk. u. Reg. z. Gesch. d. Rheinlande, 5, 80, S. 26 / Forstreuter, Berichte, 1, 132, S. 262 (nur 1) / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 60)
[1.] betr. die Provision seines Verwandten (dilecto consanguineo suo) Winrich von Kniprode mit einem Kanonikat samt Anwartschaft auf eine Präbende in Lüttich (ecclesie Leodien[sis]). Dieselbe bereits durch Papst Innocenz VI. gewährte Gnade war seinerzeit nicht beurkundet worden. - Fiat in ecclesia collegiata sancti Pauli Leodien[si].
[2.] betr. die Provision des Herbord Ruze mit einem Kanonikat samt Anwartschaft auf eine Präbende in Bonn (ecclesie Bunnen[sis] Colonien[sis] diocesis) ungeachtet dessen, dass er bereits die Pfarrkirche in Kiwitten (Kiwiten Warmien[sis] diocesis) innehat. Dieselbe bereits durch Papst Innocenz VI. gewährte Gnade war seinerzeit nicht beurkundet worden. - Fiat B. Et quod transeant sine alia lectione. Fiat B. -
Datum Avinion[e] pridie kalendas Februarii anno primo. (AAV, Reg. Suppl. 37 [alt 35], fol. 150r, links am Rande neben 1: L[eodiensis], neben 2: C[oloniensis]/ Analecta Vaticano-Belgica, 7, 595, S. 184 / Motzki, Ordensland, 94, S. 47 / Sauerland, Urk. u. Reg. z. Gesch. d. Rheinlande, 5, 80, S. 26 / Forstreuter, Berichte, 1, 132, S. 262 (nur 1) / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 60)
Papst Urban V. beauftragt den Propst von St. Kunibert in Köln (sancti Cuniberti Colonien[sis]), für die Provision des Kölner Geistlichen Winrich von Kniprode (Winricum de Kniprode clericum Colonien[sem]) mit einem Kanonikat an der Kirche St. Paul in Lüttich (sancti Pauli Leodien[sis]) zu sorgen und ihn bei der nächsten Vakanz in den Besitz einer Präbende zu setzen. - Datum Avinion[e] II kalendas Februarii anno primo. (AAV , Reg. Av. 150 fol. 556r; Dignum arbitramur; Taxe 20 / Analecta Vaticano-Belgica 9, 583, S. 208 / Arbusow, IV. röm. Arbeitsbericht, 2a, S. 335 / Urbain V, Lettres Communes, 1, 4016, S. 453 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 60)
1363, Februar
Der Rat von Ystad (consules Ystadenses) teilt dem Rat von Danzig (civitatis Dantzcke) mit, dass allen, die aus Danzig mit Waren nach Ystad (villam Ystadensem) kommen, für die kommenden zwei Jahre (autumpnis saltem duobus iam instantibus) sicheres Geleit gewährt werde unbeschadet ihres alten Rechts (salvo omni bono iure suo antiquo) und dass sie Heringsfischerei betreiben dürften (ac piscaturas allecium ibidem quiecius exercere), wofür sie an Ystad von jeder Schute (scuta) eine Mark Silber und an den König von jedem Ruder (remus) vier Groschen, dazu von ihren Gütern den üblichen Zoll zahlen sollten. Ankündigung des auf der Rückseite aufgedrückten Sekretsiegels. - Datum anno Domini millesimo CCCLXIII in profesto Purificationis Marie. (UB Greifswald, Meilof B VI [Formelsammlung], S. 442, Abschrift 15. Jh.; Überschrift: Forma recognicionis supra prioris pacis confederacionem ac insinuacionem / HUB 4, 74, S. 37 / Dipl. Svec. 8,2, 6765, S. 291 / Dipl. Dan. III.6, 306, S. 270 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 60-61)
Hochmeister Winrich von Kniprode verleiht mit Rat seiner Mitgebietiger Heynken 13 Hufen zu Barden, die vier in dem Gute gelegenen Werder eingerechnet, in angewiesenen Grenzen zu magdeburgischem Recht frei und erblich gegen einen Platendienst in Heeresfolge und Burgenbau. Siegelankündigung. - Zcu Kungisb[er]g am sunnabunde vor Scolastice […] driczenhundert drisundesechczic jar. - Zeugen: her Wolferam von Beldirshem groskomthur, her Johan Schindekop obirste marschal, her Swedir von Pelland triseler, brudir Kilne von Hatsteyn komthur zur B[ra]ndinburg, her Wicbold unsir capplan, Daniel von Menden, Conrad von Calmonte unsere kumpan […]. (Perg.-Urkk. Schiebl. XXIII 12, Or. Perg. mit stark beschädigtem Hochmeistersiegel aus schwarzem Wachs an Pergamentstreifen in Siegelschüssel, Schreiber ist der Hochmeister-Notar Heinrich Nicolai von Bischofswerder; Rückvermerk (Ende 15. ]h.): Heinken vorschreibung uber XIII huben zu Bardein; die Urkunde ist durch Einschnitte kassiert / LB Hannover, Hs. XIX 1083 Bl. 106v [fol. 77v], Abschrift um 1400, Überschrift: Dis ist Heinken von Bardyn; eingeordnet unter dem Kammeramt Huntenau / JH II, 915, S. 109, mit falscher räuml. Zuordnung zu Kl.Barthen / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 61)
König [Edward III. von England] teilt seinen Baillies (ballivis) und Getreuen mit, er habe auf Ersuchen seines Bruders David de Bruys von Schottland (de Scocia) den Knappen (scutiferum) David de Berclay aus Schottland zusammen mit 12 Begleitern (sociis), 12 Pferden aus Schottland und den Dienern (famulis) dieser Leute seinen Schutz und sicheres Geleit (salvum et securum conductum) gewährt, durch sein Königreich England (regnum nostrum Anglie) zu See und zu Land nach Preußen (versus partes de Pruce) und andere ferne Orte (alia loca longinqua) zu reisen und von dort wieder durch sein Königreich nach Schottland zurückzukehren. Er beauftragt sie, diese Personen und ihre Habe auf ihrer Reise nicht zu behindern und dafür zu sorgen, dass sie kein Unrecht oder Schaden erlitten, dum tamen fidem faciant, quod equi predicti sint de terra Scoc[ie] et non de regno nostro Angl[ie], und sie, falls ihnen doch etwas geschehe, unverzüglich zu entschädigen. Das Geleit gilt bis Weihnachten (usque ad festum Nativitatis Domini). - T[este] r[ege] apud Beskwod[um] quinto die Februarii. Per breve de privato sigillo. (Public Record Office C 71/42, gleichzeitiger Eintrag, am Rand: De conductu / Rymer, Foedera, Record Edition, III.II, London 1830, S. 687 / Rotuli Scotiae, 1, London 1814, S. 869 / Th. D. Hardy, Syllabus of the Documents […] contained in […] Rymer's Foedera, 1, London 1869, S. 426 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 61-62)
Anno Domini Mo CCCo LXIII die beate Agathe virginis. - Die in Rostock versammelten Sendeboten der Städte Lübeck, Hamburg, Stralsund, Kolberg, Wismar, Greifswald, Kiel, Rostock und Stettin beschließen u.a. [7.] Item fuerit decretum, quod thelonium civitarum amplius non deberet sublevari, quam cito consules de Prucia scripserunt responsum, quod nolunt amplius dare. Si autem de Prucia amplius dare volunt, tune ulterius sumatur thelonium usque ad festum Johannis baptiste. Sie stellen [24.] die Kosten ihres Krieges gegen den König von Dänemark zusammen, zunächst Kosten von Lübeck, darunter: item summa VI reysarum Bahus, Nougard, Kampen, Sweden, Prucie, Sudersee 1838 marce et II solidi […]. (Kgl. Bibl. Kopenhagen, Den Ledreborgske Samling Ms. Nr. 6 [Lübecker Rezesssammlung], fol. 5r, Abschrift von 1404 / olim StA Wismar, unvollständige Abschrift von 1374, seit Kriegsende vermisst / Abrechnung § 24: olim StA Stralsund, seit Kriegsende vermisst / Sartorius-Lappenberg, 2, 218d, S. 512 / HR I.1, 287, S. 217 / Mecklenburg. UB, 15, 9138,1, S. 291 Nr. [Teildruck] / Poelman, Bronnen I.1, 254, S. 55 [Teildruck] / Dipl. Svec. 8,2, 6768, S. 293 [Auszug] / Dipl. Dan. III.6, 309, S. 272 [Teildruck] / Reg. dipl. Dan. 1, 2506, S. 296 (II 1 S. 337) / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 62)
Bischof Johannes [II.] von Ermland verleiht Thoranis und seinem Brudersohn Hanco 3 Hufen im Felde Schwaben [Schwuben, südl. von Guttstadt] frei von bäuerlichem Dienst zu prußischem Recht gegen einen Dienst mit einem Wallach (spado) mit Burgenbau und den gewöhnlichen Abgaben. Ihr Wergeld beträgt 30 m. [Siegelankündigung]. - Datum in Heilsberg anno Domini Mo CCCo LXIIIo VIIa die mensis Februarii. (AP Olsztyn, bischöfliches Archiv zu Frauenburg, Fol. C Nr. 1 fol. 51r, Abschrift 14. Jh. / Codex dipl. Warmiensis, 2, 338, S. 348 [Teildruck] / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 63)
[Bischof Johannes II. von Ermlandj verleiht den Brüdern Tulnico, Milgede und Stannow sechs Hufen im Felde Swoben [Schwuben, südl. von Guttstadt] gegen zwei Dienste. - Datum in Heilsberg anno Domini Mo CCCo LXIIIo VIIa die mensis Februarii. (AP Olsztyn, bischöfliches Archiv zu Frauenburg, Fol. C Nr. 1 fol. 51r, Erwähnung / Codex dipl. Warmiensis, 2, 338, S. 348, Erwähnung / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 63)
[Bischof Johannes II. von Ermland] verleiht Wissabel, Teutewil, Butil, Tulnek, den Söhnen des Wissabel und Kirstanus, Sohn des Lamothe, Prußen, drei Hufen im Felde Swoben [Schwuben, südl. von Guttstadt} zu einem Dienst. - Datum quo supra. (AP Olsztyn, bischöfliches Archiv zu Frauenburg, Fol. C Nr. 1 fol. 51r, Erwähnung / Codex dipl. Warmiensis, 2, 338, S. 348, Erwähnung / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 63)
[Bischof Johannes II. von Ermland] verleiht dem Prußen Asturne und seinen Söhnen 3 Hufen im Felde Swoben [Schwuben, südl. von Guttstadt] zu einem Dienst - Datum quo supra. (AP Olsztyn, bischöfliches Archiv zu Frauenburg, Fol. C Nr. 1 fol. 51r, Erwähnung / Codex dipl. Warmiensis, 2, 338, S. 348, Erwähnung / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 63)
[Bischof Johannes II. von Ermland] verleiht Glapiz und Wissabel, Verwandten (cognati), 3 Hufen im Felde Swoben [Schwuben, südl. von Guttstadt] zu einem Dienst. - Datum quo supra. (AP Olsztyn, bischöfliches Archiv zu Frauenburg, Fol. C Nr. 1 fol. 51r, Erwähnung / Codex dipl. Warmiensis, 2, 338, S. 348, Erwähnung / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 64)
[Bischof Johannes II. von Ermland] verleiht den Brüdern Aldegut und Burit und ihrem Brudersohn Schlodit 3 Hufen zu einem Dienst. - Datum ut supra. (AP Olsztyn, bischöfliches Archiv zu Frauenburg, Fol. C Nr. 1 fol. 51r, Erwähnung / Codex dipl. Warmiensis, 2, 338, S. 348, Erwähnung / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 64)
Der Oberste Trappier und Komtur zu Christburg Werner von Rumdorf verleiht den Einwohnern von Arnoldisdorf [Gr. Arnsdorf, nordöstl. von Saalfeld] 1½ Hufen Übermaß, die er bei der Messung ihres Feldes über die Hufenzahl ihrer Handfeste hinaus gefunden hatte, dazu zwei Huben zwischen Arnsdorf und der Stadt Salvelt [Saalfeld] zu denselben Bedingungen, wie sie ihr anderes Gut nach Ausweis ihrer Handfeste besitzen. Siegelankündigung. - Zeugen: bruder Probist unser voyt czum P[ru]schenmarkte, bruder Syferid Waltbote unser waultmeister, bruder Rutcher von Einer unser kompan […]. - Gegeben […] tusunddryhundertdryundsechczig an der heiligen iuncvrowen tage Scolastice. (OF 99 fol. 20r / OF 100 fol. 29v, beides Abschriften Ende 14. Jh., Überschrift: Item Arnoldisdorff ubir andir halbe hube / Semrau, Preußischmarkt S. 38 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 64)
Papst Urban V. teilt dem Erzbischof von Köln und dem Bischof von Kulm als päpstlichen Nuntien ([…] archiepiscopo Colonien[si] et […] episcopo Culmen[si] apostolice sedis nunciis) mit, er habe zur Finanzierung der Tätigkeit seines Legaten Aegidius, Bischofs von Sabina, der sich in Italien um die Wiederherstellung des entfremdeten Besitzes der römischen Kirche bemühe, ein subsidium duarum procuracionum beschlossen. Er beauftragt sie, dieses Subsidium bei der gesamten Welt- und Ordensgeistlichkeit [der Diözesen] Köln, Lüttich, Münster, Osnabrück, Kulm (Culmen[sis]) und Minden einzutreiben, und zwar an zwei Terminen, dem nächsten und dem darauffolgenden Allerheiligenfest, entsprechend der von Benedikt XII. in der Bulle Vas electionis festgelegten Taxe. Ausgenommen sind die Kardinäle und auf Grund ihres Kampfes gegen die Glaubensfeinde (adversus hostes crucis pro exaltacione Christiani nominis se exponentes) der Johanniter- und der Deutsche Orden. Dazu werden weitere Einzelheiten für das Vorgehen bei der Eintreibung festgelegt. - Datum Avinion[e] IV idus Februarii pontificarus nostri anno primo. (AAV, Instr. Misc. 2290, Or. Perg., offenbar jedoch nicht bulliert [Löcher für die Siegelschnur vorhanden], Dudum in assumptionis; unten rechts auf der Plica: De curia. G. Blauerii; Adresse auf der Rückseite: Archiepiscopo Colonien[si] et episcopo Culmen[si] collectoribus / A. Lang, Acta Salzburgo-Aquilejensia 1,2 [1906], 1028, S. 735 / Analecta Vaticano-Belgica, 9, S. 415 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 65)
Hochmeister Winrich von Kniprode verleiht mit Rat seiner Mitgebietiger dem getreuen Stefan vier Hufen acht Morgen zu Wükkyn [Wicken südöstl. von Domnau] in dem velde in angewiesenen Grenzen auf Grund des Tausches, den brudir Ulrich Fricke mit ym tet um sin veterlich erbe zw Queylite[n] [Quilitten, nordöstl. von Heiligenbeil], frei und erblich zw sulchem Colmyschem rechte, als er daz egenante erbe hat besessin. Dafür soll er mit Pferden und Waffen in Heeresfolge und Burgenbau dienen. Siegelankündigung. - […] der gegeben ist zur Ylow in dem jare Gotis Mo CCCo LXIIIo an sente Valentini tage martiris. - Geczuge sint unser liben brudere her Wolfram von Beldirs[heym] unser kumpane, her Nyclaus unser capellan und ander erbere lute etc. (Perg.-Urkk. XXVI, 7, Or. Perg., Siegel von Pergamentstreifen ab / Ostpreuß. Fol. 286, S. 258 [fol. 144v], Abschrift des 16. Jhs., mit der abweichenden Jahreszahl 1370 / JH II, S. 109 Nr. 916 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 66)
Bischof Johannes II. von Ermland regelt das Verhältnis der neuen zu den alten Präbenden. - Datum et actum in castro nostro episcopali Heilzp[er]g anno Domini Mo CCCo LXIIIo, XXIV die mensis Februarii. (OF 80b [olim Perg.-Urkk, Schiebl. LI Nr. 54], Matricula capituli Warmiensis, S. 75 [fol. 27], Abschrift des 15. Jhs., am Rand: Qualiter et unde mediis et minoribus prebendis prebendati debeant percipere suas prebendas / Codex dipl. Warm. 2, 339, S. 348 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 68)
Bischof Johannes von Kulm (Culmensis), päpstlicher General-Nuntius für Deutschland (per Alemanniam nuntius generalis) und Bischof Eberhard von Sebaste (Sebastensis) verleihen Abt und Konvent des Benediktinerklosters Englaberg [Engelberg, südsüdwestl. von Luzern] in der Diözese Konstanz, sowie Priorin, Meisterin (magistre) und Konvent des dortigen Benediktinerinnenklosters, sooft sie eine bestimmte Folge von Hymnen singen und Fürbitten für die Kirche, das Reich und eine Reihe namentlich genannter Personen vorbringen, einen Ablass von 40 Tagen im Vertrauen auf das Einverständnis des Diözesanbischofs (confisi, quod est de consensu dyoecesani). - Datum et actum Basilee anno Domini MCCCLXIII, XII kalendas Marcii. Siegelankündigung. (Kloster Engelberg, Bibliothek, Annalen des Klosters 2, S. 382 / X. Froelich in ZWGV 34 (1894) S. 82 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 67)
1363, März
Der Oberste Trappier und Komtur zu Christburg Werner von Rundorf (Rumdorff) gibt Peter von Mauditen [Maldeuten westl. Mohrungen] eine Tochter des Steine zur Frau und verleiht ihm dazu zwei Hufen. Diese Hufen hatte nach dem Zeugnis ehrbarer Leute sein Vorgänger, der verstorbene Konrad von Bruny[n]gesheym, den beiden Töchtern des Steine gegeben, das man sy domete sulde zcu manne geben. Peter erhält die Hufen in angewiesenen Grenzen frei von bäuerlicher Arbeit erblich unter der Bedingung, das her dy andir tachtir […] sal irbirlichin beraten und zcu manne gebin noch syner macht us dem gute. Auch soll er davon mit gewöhnlichen Waffen bei Heerfahrten, reysen und geschreyn und beim Burgenbau dienen und dem Hause Christburg einen Recognitionszins von je einem Scheffel Korn und Weizen geben. - Siegelankündigung. - Zeugen: bruder B[er]nhard von Hoensteyn, bruder Wilhelm Suer, bruder Rutcher von Elner unser kompan […]. - Gegebin […] Mo CCC LXIII iar an der mitwoche noch Reminiscere zcu Neymen in unserm hofe. (OF 99 fol. 46r, Abschrift Ende 14. Jh. / OF 100 fol. 59v; beide mit Überschrift: Mauditen obir II huben, eingeordnet unter den Handfesten des Kammeramtes Nehmen / Semrau, Neimen S. 64 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 68)
Rotulus Almanor[um] de tempore bone memorie domini Innoc[ entii] pape VI. Darin u. a. […] Supplik Herzog Nikolaus von Schlesien (Nicolaus dux Slesie ac dominus de Monsterberg) betr. [2.] die Erneuerung und Bestätigung der Collation und Provision des Priesters Volker Bogener mit einer Vikarie in der ermländischen Kirche (in ecclesia Warmien[si]), eciam si tempore collacionis et provisionis huiusmodi eiusdem vicarie collacio sit apud sedem apostolicam quomodolibet devoluta . - [Am Ende des Rotulus:] Dignetur s[anctitas] v[estra] supplicaciones premissas exaudire et admittere ac manu vestra beatissima, ut petitur, signare. Fiat pro omnibus supradictis non cancellatis salvis addicionibus et detractionibus. Fiat. Et sine alia lectione fiat. - Datum Avinion[e] quinto nonas Marcii anno primo. (AAV, Reg. Supp. 38, fol. 163r-173r, links am Rand neben der Supplik: W(armiensis); rechts: pro ca[mera] / Motzki, Ordensland. 95, S. 47 (2 u. Ende) / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 68)
Der Komtur von Tuchel Syfrid von Gerlachshey[m] verleiht Gerke Bösilborg, Schulzen zur Lichtenow [Lichnau, südöstl. von Konitz], da er genotbrant sy und domete ire hantfeste vorbrant ist, mit Willen des Hochmeisters Winrich von Kniprode und Rat seiner Tucheler DO-Brüder eine neue Handfeste. Das Dorf soll in angewiesenen und vermessenen Grenzen 85 Hufen umfassen mit der obirmose. Davon hat der Pfarrer 4 und der Schulze 9 Freihufen zu kulmischem Recht, also das sy dovan alle recht sullen tun, dy do andir scholteissen in deme lande tun. Jede der 72 Zinshufen soll nach Tuchel jährlich an Martini vor hubenczins, huner und vor dy obirmase 3 Vierdung und 3 Pfennige zinsen. Man soll keine Messung mehr vornehmen, wenne wir dy obirmose czu den huben habin gegebin, das der czins deste grossir ist. Im Dorf sollen zwei Krüge (kreczim) sein, wovon jeder sowohl der Herrschaft wie dem Schulzen 3 Vierdung und ½ Pfund Pfeffer zinsen soll. Ouch so vorlie wir in eynen vryen kanen uff dem sehe vor dem dorfe czu vischen. Siegelankündigung. - […] Tusunt drihundirt in dem dryundsechczigesten jare an dem nehesten tage vor Oculi. - Zeugen: her Niclus unsir pristerbruder, her Matt[is] unsir kochemeister […]. (OF 93 fol. 41r, Abschrift um 1400 / und von 1430 ebd. OF 121 Bl. 6v (fol. 6v), Abschrift von 1430, Überschriften: Lichtenow; Privilegium ville Lichtenow, eingeordnet unter den Handfesten der Tucheler Zinsdörfer / Panske, Tuchel, 66, S. 69 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 69)
Papst Urban V. reserviert Nicolao Symonis alias dicto Rosenberg clerico Pomezanien[sis] diocesis ein kirchliches Benefiz (beneficium ecclesiasticum) mit oder ohne Seelsorge (cura), dessen jährliche, auf Grund des Zehnten geschätzte Einkünfte mit Seelsorge 25, ohne Seelsorge 18 Mark Silber nicht überschreiten, welches der Kollation oder sonst einer Verfügungsart des Bischofs und Domkapitels von Breslau (Wratislavien[sis]) untersteht. - Datum Avinion[e] IV nonas Marcii anno primo. (AAV, Reg. Av. 153 fol. 404, Nr. 584; Vite ac morum, Taxe 10½ + 12½. / Urbain V, Lettres Communes 1, 3278, S. 363 / vgl. die Supplik, Preußisches Urkundenbuch, 128 / das Executoriale an den Erzbischof von Prag, den Bischof von Olmütz und den Dekan von St. Agricol in Avignon, AAV, Reg. Av. 153, fol. 404r-v / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 62)
Der Komtur von Danzig Giselbrecht von Dudelsheim und sein Hauskomtur Ludeke von Essen schlichten einen Streit zwischen dem Pfarrer der Marienkirche in Danzig und dem Danziger Rat. - Disse berichtunghe ist gescheen by bruder Gyselbrecht van Dudulsheym cumtur unde by bruder Luders van Essen huskumtur czu Danczk[e] czyten nach Gotis geburt dusint iar dry hundert in dem dryundsestigesten an dem sontage czu Oculi mei semper. (APGd., 300 D LXX 9, Original mit Resten der Siegel der Aussteller aus farblosem Wachs an Pergamentstreifen, Rückvermerk [14. Jh.]: Composicio inter plebanum et consules Danczk facta super diversis articulis ecclesiam beate Virginis concernentibus anno CCCo LXIII / Jacobson, Kirchenrecht, 23, S. 106 / Th. Hirsch, Die Ober-Pfarrkirche von St. Marien in Danzig, 1, Danzig 1843, S. 465 / Simson, Danzig, 4, 90, S. 46 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 70-72)
Frater Bartholome[us], Bischof von Samland, bestätigt, dass der König (rex) Tydeko de Lobetaw [Laptau, nördl. von Königsberg] 9 Haken in Curb[e]n [Corben, nördl. von Königsberg} und 2½ Haken in Teyken, die er zu Erbrecht frei besessen hatte, samt allem Zubehör den treuen Dargebut[e]n und seinen Brüdern, Podange und seinem Bruder und Preytore und seinen Söhnen pro pecunia deputata verkauft habe. Auf Bitten der Käufer um eine Urkunde darüber (litteras patentes), verleiht er ihnen mit Rat seines Vogtes und Zustimmung des Domkapitels den Besitz, wie ihn Tydeko besessen hatte, frei von Zehnten und bäuerlicher Arbeit zu Erbrecht gegen den landesüblichen Dienst mit Pferden und Waffen in Heeresfolge und Burgenbau, mit einem Wergeld von 16 Mark und gegen einen Recognitionszins von einem Pfund Wachs und einem kölnischen bzw. fünf preußischen Pfennigen. - Siegelankündigung (Bischofs- und Kapitelsiegel). - Actum et datum anno Domini Mo CCCo LXIII, tercio nonas Marcii. - Testantibus […] domino Joh[ann]e officiali nostro, domino Joh[ann)e Brandeb[urg] et Nicolaov Koler canonicis nostris, fratre Joh[ann]e Strosb[ur]g canonico nostro, fratre Hinrich Stirer advocato nostro, fratre B[er]nhardo socio eius […]. (OF 103 Bl. 78 [fol. 17] / OF 104 Bl. 3lv [fol. 10v] und Bl. 54v [fol. 27v], Abschriften 15. Jh., Überschrift in OF 104 [16. ]h.]: Corbenn, bzw.: littera Tydekonis de Lobetaw; dort jeweils Vermerk: nota, quod solum possident octo uncos in Curwen; eingeordnet unter den Urkunden des Kammeramtes Powunden / Saml. UB, 472, S. 325 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 70-72)
Die X mensis Marcii lässt Bischof Johannes [II.] von Ermland für die vergangenen zwei Jahre (pro uno biennio proxime transacto) durch Magister Heinrich de Bullere, seinen Prokurator, die Visitacio Liminum vollziehen. (AAV, Obl. et Sol. 31 Bl. 75r [fol. 74r], auf dem linken Rand: Episcopus Warmien[sis]; auf dem rechten Rand: lo. Nor.; oben auf der Seite: Anno LXIIIo / Ptasnile, Acta Camerae Ap. 2, 180, S. 113 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 73)
Jachant ritter vom Clemente und seine Söhne Nikolaus und Koczmir erklären, den Vergleich ewig halten zu wollen, den in ihrem Streit (krig) mit Propst Nikolaus und dem pomesanischen Domkapitel um eine von ihnen in Lamprechtsdorfe [Kamiontken, nordöstl. von Marienwerder] an der Lybe [Liebe] neu gebaute Mühle der von beiden Parteien zum Schiedsrichter gewählte Großkomtur Wolferam von Beldirsheym mit Rat ehrbarer Herren und weiser Leute ausgearbeitet hatte, wonach sie dyselbe vorgenante mol brechin sulden unde […] in dem gute Lamprechtsdorf unde Brackow [Brakau, nordöstl. von Marienwerder] uf dem vorgenanthen wasser Lybe geheissen ewiclich keyne mol sullen buwin; unde dorvor ist uns alzo vil gegeben von den thumherrn, daz uns genugit. - Siegelankündigung. - Zeugen: brudir Peczolt von Korwicz kompthur czum Redin, brudir Ha[n]nus von Wicholcz voyght von Roghusin, her Joh[ann]es pharrer zcu Resinburg, her Czambor von Stanginberg, her Frederich Schindeman, Pilgerim von der Ottelenz, Nicola[us] vom Clemente, Hoyke von Elsenow […]. - Gesehen unde gegeben ame sunnabende vor Letare czu Resinburg […] tusuntdrihundirt ym dryundesechsczigisten jare. (Perg.-Urkk. XXII, 13, gleichz. Abschrift oder Entwurf, auf der Rückseite von anderer Hand [PrUB6.1.149], Rückvermerk: Privilegium, ne edificetur molendinum nomine Libe in preiudicium canonicorum [per] militem Jachant. Contentaverunt ei. Perpetua rei memoria / Transsumt von 1363 August 16 durch den Notar Heinricus Heinrici Fredecke auf dem Rotulus über den Prozeß zwischen dem Domkapitel von Pomesanien und Jachant von Clement [PrUB6.1.195] / OF 116, S. 44 [fol. 21v], Abschrift von 1381, Überschrift: De molendino canonicorum, darunter: Nota, quod dicti de Tyfenow construxerunt molendinum in Lamp[er]ti villa, quem et fregerunt, ut patet infra, hinter der Abschrift: Hanc litteram habent canonici sigillatam / OF 115, S. 57 [fol. 23r], Abschrift Anfang 15. Jh., Überschrift: Litera Jachant militis de molendino non edificando / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 73)
Bischof Nikolaus von Pomesanien spricht auf Bitten des Großkomturs Wulveram de Beldirsheym, des Komturs von Rehden (in Redino) Peczoldi de Korwicz, des Vogts von Roggenhausen (in Rohusen) Joh[ annis] de Wichsholcz und Anderer mit Rat und Zustimmung von Propst Nikolaus und allen pomesanischen Domherren Ritter Jachant und seine Söhne Nikolaus und Coczmirus und ihre Erben von der Vernachlässigung (negligencia) der Dienste frei (absolvimus), die sie ihm und der Kirche in vergangenen Zeiten von den Gütern und Dörfern (de bonis seu villis) Lamprechsdorf [Kamiontken, nordöstl. von Marienwerder] und Brockow [Brakau, nordöstl. von Marienwerder] schuldeten, und erlässt ihnen die dafür verdienten Strafen (penas et mulctas). Er verspricht, sie bei ihren Rechten und Freiheiten, für die sie Privilegien vorweisen können, zu bewahren. - Siegelankündigung (Bischof und Domkapitel). - (OF 116 S. 44 [fol. 21v], Abschrift von 1381, Überschrift: Sequitur prima littera super composicione Brockow et Lamp[er]ti villa / Cod. dipl. Pruss. 5, 12, S. 11, vgl. ibid., S. XII / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 73-74)
Wessel, Abt von Oliva (Olive) und Verweser des Klosters Zarnowitz (Szernovitcz) gibt mit Rat der Priorin Gertrud (Girdruthe[n]) und der Jungfrauen zu Zarnowitz das Dorf Wirkenczin [Wierschutzin, nordwestl. von Neustadt] mit 40 Hufen dem ehrbaren Manne Andreas, Dutczsches und kolmichs recht darynne czu haben. Andreas soll an Mariä Lichtmess dem Kloster in den Hof zu Zarnowitz von jeder Zinshufe acht sc. Pfennige und je zwei Scheffel Roggen, Gerste und Hafer liefern (entwertin). Die [Einwohner] und Bauern des Dorfs leisten zwei Tage Dienst uff dem heuslag ader in dem awste ader wen men irer bedarff. Andreas und die Bauern sollen auf St.Dominikustag den Jungfrauen zwei sc. Pfennige zinsen vor dy hovestat und von den huneren und von den were vor dem hoffe. Was ouch das lantvolk gemeynlich noch heren gebote des landes alzo in Litto adir andirswo in des landes beschirmunge [thut], do von wir sy mit bete nicht irlasen moge, das sulle sy ouch thun. Damit Andreas all dies redlich ausrichtet, soll er vier Freihufen, den dritten Pfennig vom Gericht und den halben Krugzins haben und was ander schultheisen uff der [ap]tyegen mossen thun, das sal her ouch thun. Andreas und die Bauern erhalten freie Fischerei innerhalb der Dorfgrenzen in dem salczin mere allerley fische czu foen ane den czalfisch, den wyr uns behalden czu eyme bekentnisse der hirschafft. - Ankündigung des Siegels des Abts und des Klosters Zarnowitz. - Zeugen: Johannes Nidenburgk Prior, Johannes Gros Kellner, Alexander Bursarius, Johann Kopperland Hofmeister in Zarnowitz. - […] und her isz gegebin czu der Olive[n] noch Gotiß gebort driczenhundert iar und dreyundsechczige iar. (APGd. 942 (alt 403), 17a, Abschrift 15. Jh. auf Papier, Rückvermerk: Copye von Firkoczin / olim APGd., 403,202 Nr. 6, Abschrift 16. Jh., danach Archivregest aus der Vorkriegszeit / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 74-75)
Die anno Domini Mo CCCo LXIIIo feria sexta ante Judica in Wismar versammelten Ratsendeboten der Seestädte Lübeck, Rostock, Stralsund, Anklam, Stettin, Stargard, Kiel und Wismar beschließen u. a.
[3.] wegen des Sundzolls: Item thelonium debet de bonis, que transsibunt Noressund ultra recipi sub caucione fideiussoria et scribi, quousque responsum de Prucia habeatur. Si non assunt fideiussores, thelonium sublevetur. Sie geben
[7.] den nach Preußen (versus Pruciam) zu sendenden Ratsherren folgende Instruktion: Primo loquantur domino magistro et civitatibus et dicant, quod civitates acceptaverunt litteram treugarum regum Dacie et suorum episcoporum, in quibus ipsi sum comprehensi, et si postmodum idem rex et suus filius contra civitates vellent malignari, quid ad hoc esset faciendum et quale adiutorium unus alteri facere deberet et vellet. Item loquantur de thelonio sublevando ulterius an non et indicent civitatibus, quod veniant ad diem placitorum Iohannis in Lubeke. Item indicabitur eis, quod mittant nuncios in Niekopinge ad placita servanda festo Wolburgis proximo. Item quod veniant in Wismer dominica Iubilate, ubi servabuntur placita, priusquam transeant versus Niekopinge. (Kgl. Bibliothek zu Kopenhagen, Den Ledreborgske Samling, Ms. Nr. 6 [Lübecker Rezesssammlung], fol. 7r, Abschrift von 1404 / Sartorius-Lappenberg, 2, 218d,3, S. 516 / HR I.1, 291, S. 222 / Dipl. Svec. 8,2, 6782, S. 307 [Auszug] / Dipl. Dan. III.6, 321, S. 284 / Reg. dipl. Dan. 1, 2507*, S. 296 [JI 1 S. 337] / Codex dipl. Warm. 2, 340, S. 349 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 75)
[3.] wegen des Sundzolls: Item thelonium debet de bonis, que transsibunt Noressund ultra recipi sub caucione fideiussoria et scribi, quousque responsum de Prucia habeatur. Si non assunt fideiussores, thelonium sublevetur. Sie geben
[7.] den nach Preußen (versus Pruciam) zu sendenden Ratsherren folgende Instruktion: Primo loquantur domino magistro et civitatibus et dicant, quod civitates acceptaverunt litteram treugarum regum Dacie et suorum episcoporum, in quibus ipsi sum comprehensi, et si postmodum idem rex et suus filius contra civitates vellent malignari, quid ad hoc esset faciendum et quale adiutorium unus alteri facere deberet et vellet. Item loquantur de thelonio sublevando ulterius an non et indicent civitatibus, quod veniant ad diem placitorum Iohannis in Lubeke. Item indicabitur eis, quod mittant nuncios in Niekopinge ad placita servanda festo Wolburgis proximo. Item quod veniant in Wismer dominica Iubilate, ubi servabuntur placita, priusquam transeant versus Niekopinge. (Kgl. Bibliothek zu Kopenhagen, Den Ledreborgske Samling, Ms. Nr. 6 [Lübecker Rezesssammlung], fol. 7r, Abschrift von 1404 / Sartorius-Lappenberg, 2, 218d,3, S. 516 / HR I.1, 291, S. 222 / Dipl. Svec. 8,2, 6782, S. 307 [Auszug] / Dipl. Dan. III.6, 321, S. 284 / Reg. dipl. Dan. 1, 2507*, S. 296 [JI 1 S. 337] / Codex dipl. Warm. 2, 340, S. 349 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 75)
Der Komtur von Schlochau Heinrich von Thaba gibt mit Zustimmung des Hochmeisters Winrich von Kniprode und Rat seiner Schlochauer DO-Brüder discreto et fideii Johannes, Schulzen in Valkenwalde [Falkenwalde, südöstl. von Hammerstein], dieses Dorf mit 80 Hufen zu besetzen. Dafür erhält Johannes erblich 8 zinsfreie Hufen, den dritten Teil der Gerichtsbußen (questus iudicialis), des Zinses aus den Krügen, den Brot-, Schuh- und Fleischbänken (penesticis, sutoriis et maccellis), während er die übrigen beiden Drittel in die Burg Schlochau (Slochow) liefern soll (presentare). Der Pfarrer (plebanus et legitimus pastor) erhält 4 Freihufen. Von jeder der restlichen 51 [!] Hufen sollen die Einwohner 14 Scot und 2 Hühner an Purificationis Marie nach der Burg Schlochau zinsen (completive dare) und einen Tag im Heu arbeiten (in feno laborare). Sooft die umwohnenden Schulzen vom Orden zu Burgenbauarbeiten und anderen allgemeinen und üblichen (consweta) Diensten herangezogen werden, soll auch Johannes mit seinen Bauern in gleicher Weise dienen. Die Dorfbewohner sollen auch dem Erzbischof von Gnesen dasselbe von ihren Gütern geben (facere) wie die anderen Landbewohner (terrigene). - Siegelankündigung. - Zeugen: Dominus Jacobus sacerdos nostri conventus, frater Otto vicecommendator, frater Guntherus de Gunthersb[er]g, frater Conr[adus] Libe[n]stey[n] nostri conventuales […]. - Datum et actum Slochovia […] Mo CCCo LXIII ipso die sancti Benedicti abbatis gloriosi officii nostri cum sigillo. (OF 90 fol. 34r, Abschrift von 1397, Überschrift: Falkenwalde / Panske, Schlochau, 82, S. 95 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 76)
Hochmeister Winrich von Kniprode verleiht mit Rat seiner Mitgebietiger Pawil erblich sechs Hufen bei Haynowe [Hagenau, nordwestl. von Mohrungen] in angewiesenen Grenzen frei von Zehnten und bäuerlicher Arbeit, wofür er von jedem Pflug je einen Scheffel Weizen und Roggen und von jedem Haken einenst Scheffel Weizen geben und mit Pferden und Waffen wie landesüblich in Heeresfolge und Burgenbau dienen soll. - Siegelankündigung. - Geg[eben] czum Elbing[e] am mitwoche nach Iudica […] dryczenhundertdryundsechczik jor. - Zeugen: her Wolfferam von Beldersheym grosk[ompthur], her Ortolff von Trir[e] obirster spitteler und kompthur czum Elbing, her Sweder von Pellant treseler, her Wicbolt unser cappellan, Erwin von Kruftechin, Conrad von Calmonte unser compan […]. (OF 91b, Bl. 63v [fol. 165v], Abschrift Ende 14. Jh., Überschrift Reberg / APGd., 369, 2077 [Elbinger Komtureibuch], S. 22, Abschrift Mitte 15. Jh., Überschrift: Hantfeste der gutter vom Reberge; eingeordnet unter dem Kammeramt Pr. Holland / Germershausen S. 313 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 76)
Papst Urban V. transferiert nach dem Tod des Hildesheimer Bischofs Heinrich auf Grund einer früher ausgesprochenen Reservation Bischof Johannes von Kulm (episcopum Culmen(sem]) nach Hildesheim (Hildesemen[sem] ecclesiam), entbindet ihn von seinem Amt in Kulm und trägt ihm auf, sich nach Hildesheim zu begeben. - Datum Avinion(e] XI kalendas Aprilis anno primo. (AAV, Reg. Av. 155, fol. 33r, Romani pontificis, Taxe hierfür sowie für 5 der folgenden 6 Mandate je 20 gr. / Kehr-Schmidt, Päbstl. Urk., 410, S. 133 / Urbain V, Lettres Communes, 2, 8107, S. 413 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 77)
Frater Hinric[us] Stirer, samländischer Bischofsvogt, urkundet über den Verkauf eines Hakens durch Mile von Greibithen an Astim von Teiken gegen 16 m. preußisch mit der Möglichkeit des Rückkaufs zum selben Preis. - Siegelankündigung. - Anno Domini Mo CCCo LXIII, feria IVa ante festum Palmarum. (OF 103 Bl. 91v [[fol. 90v] / OF 104 Bl. 45 [fol. 18], Abschriften 15. Jh., Überschrift jeweils: secunda littera Tile de Teiken; eingeordnet unter dem Kammeramt Powunden / Saml. UB, 473, S. 325 / Preußisches Urkundenbuch, 6, S. 77)
1363, Februar