PrUB, DH 360

© Dieter Heckmann, Werder / Berlin (2008)


1522 Januar 25. o. O.
{Regest}
[Der livländische Meister Wolter von Plettenberg] an [den Bischof von Samland, Georg von Polenz]: Einberufung eines außerordentlichen Landtages wegen der Schuldverschreibung des Hochmeisters zu Gunsten des brandenburgischen Kurfürsten Joachim [I.]; Ankündigung, den Hochmeister mit eigener Botschaft vom Ergebnis der Beratungen in Kenntnis zu setzen.

{Überlieferung}
A = Geheimes Staatsarchiv PK, XX. HA Hist. StA Königsberg, OBA Nr. 25305.

{Drucklegungen}
Regest: Tschackert, Nr. 48.

{Diplomatische Erörterung des Stücks}
Zeitgen. Abschr.; 1/2 Folio, Bl. 1-2r beschr.; auf Rückseite zeitgenöss. Betreff Antwort auff die werbung deß bischoffs vonn Sammelandt anno 22, dye irrung zwischen dem konig zu Polen und den hohmeister inn Preussen belangende sowie Registraturverm. 4.



Anthwordt auff die werbinge des hochwirdigen in godt vatters und herrn, h[e]rrn Georg, bisschoff zu Samelandt(1) und postulat zu Risenbergk(2), tags conversionis sancti Pauli an[n]o 1522.

Hochwirdiger in godt vatter, bszunder liber her und freundt. Szo e[uer] l[ieb] an unßer ratzgebittiger, gebittiger, manschafft und stede vonn wegen des hochwirdigesten durchlauchten hochgebor(e)n fursten und herrn, hern(a) Albrecht, Teutzsches ordens hoemeisters, marggraff(en) zu Brandenburg etc.(3), unßers gnedigen h[e]rn, prelaten, gebittiger(e)n und allen stenden des ordens landt in Prewsen(4) geworben, wir unser gebittiger, lantzschafft und stethe zw Lifflande(5) solten boratschlagenn, wes unßrn g(nedigst)en h[e]rn homeister, szo die underhendeler in den vier jarn durch auffror und kreugeslaufft, so sich allenthalben im hailigen reich bogeben adder ander underhendeler, die man mith radt annehmen worde, die irrigen sacchen (!), so sich in den negesten krigen zwissch(e)n der ko[niglichen] w[irde](6)  und der cron Polen und unßrm gnedigen herrn hoemeister und des ordens landt in Preuszen bogeben, nicht zu fruchtbarn ende - das godt vorhuete - gedeyen konde. Wes den unszrm g(nedigste)n hern hoemeister vorzunemen(n), were zcum andern, das wir unßer gebittiger, manschafft und stete zu Lifflande sunder all middel dem durchleuchtigest(en) hochgeborn fursten, unßrm gnedig(en) lieben herrn unnd freunde, h[e]rrn Joachim, marggraff(en) zcune {Bl. 1r} Brandenborg(7), corfursten etc., die vumffundedreisichtauszent gulden, die de wirdigen, eddell und wolgeborn herrn Wilhelm, graff(en) zcu Eyenberg(8), und her Niclas vom Bach(9), großkumptur Tewtzsches ordens, auff uns und des ordens landt Lifflande vorschrieben, betzalen und darleggen solt(en), wu den e[uer] l[ieb] werbunge weither und klerliker mithbrengen. Wurauff geben wir dise antwurdt. Dieweill den solches in unßrn und des ordens in Lifflandt vormogen nicht ist, und diß eyn grosze, tapfer, wichtige, swere sacche, die men sunder wissszen und radt aller stende dissir lande nicht handelen kan. Derhalben willen wir mith rade des allerer[wirdigs]t(en) in godt vatters unßers lieben h(er)rn und freundes, des herrn ertzebisschoves zu Riga(10), und der andern herrn prelaten eynen landeßdach vorschreiben und bostymmen und all dar dan die obengemelt(en) treffliche wichtige sacchenn mith den ubersten geliddern und stenden vorhandelen und boratschlagen. Wes uns den zu thun in rechte geborn will, wyllen wir dan dorch eigene botzschafft unszrm g(nediste)n h[e]rn homeister uff das furderlichste vorstendigen lasszen. Und bitten e[uer] l[ieb] gantz freuntlichn, sie wollen thun alße eynn dogentlicher geistlich prelate schuldich ist unßr(e)n gnedigen herrn hoemeister darhen boleiden, sein gnaden unszrn gnedigen herrn, den corfurst(en) zufridden stellen und unser, unser gebittiger und ordenslande. Wu uns sein gnaden in irer{Bl. 2r} inkumpst meuntlich zugesagth, darnach gnediclichen vorsigelt und vorschriebenn, bey dem althen gnedlichlichen bleiben lasszen. Das willen wir um(m)b sein gnad(en) gehorszamlich unszer gebittiger, manschafft und stete mith allen vleysz dinstlich und auch um(m)b e[uer] l[ieb]  freuntlich und willichlig vordenenn.


Textkritische Anmerkungen


(a)    Über der Zeile.

(b)    Aus unsser korr.


Inhaltliche Anmerkungen


(1)    Georg von Polenz(*1478-+1550), Hauskomtur von Königsberg (1516) und Bischof von Samland seit 1519.

(2)    Riesenburg, Sitz des  Bischofs von Pimesanien.

(3)    Albrecht von Brandenburg-Ansbach, Hochmeister (1511-1525).

(4)    Preußen.

(5)    Livland.

(6)    König Sigismund I. von Polen (1506-1548).

(7)    Kurfürst Joachim I. von Brandenburg (1499-+1535).

(8)    Graf  Wilhelm von Isenburg, Großkomtur (1495 April 8 – 1499 Juli 18) und Oberster Marschall.

(9)   Nikolaus von Bach, Großkomtur (1518 - +1521).

(10)    Kaspar Linde, Erzbischof von Riga (1509 - +1524).
 


Zitieren dieser Edition: (1) virtuell: URL (http://www.spaetmittelalter.uni-hamburg.de/Urkundenbuch/pub/dh/dh360.htm) und Datum der Einsichtnahme; (2) im Druck: PrUB, DH 360 (1522 Januar 25. o. O.)
Bearbeitungsstand: Text eingegeben (D. Heckmann, 24.07.2008) – Datum überprüft () – Text mit PrUB oder sonst Druck kollationiert () – Text mit Or. kollationiert () – äußere Merkmale beschrieben ()
Datum der Erstanlage: Donnerstag, 24. Juli 2008 – Letzte Änderung: 24. Juli 2008 von Dieter Heckmann

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