Quellen und Regesten zur mittelalterlichen Geschichte Hamburgs

Staphorst I, 3

© Jürgen Sarnowsky, Hamburg (1999)

Bd.I,3 (1727).

1. "Allerlei Urkunden und Briefschafften S.Catharinen-Kirche betreffende" (S.1-42 = 5. Beilage zum 2.Kap.), u.a.: (S.2-4) I. Gründung (und erste Ordnung) der S.Vinzenz-Bruderschaft der Brauerknechte, 1447 S. Vinzenz’ Tag [vgl. Rüdiger und Theuerkauf]; (S.4-6) 2. Auszüge aus dem Buch der Bruderschaft S.Vinzenz’, nennen u.a. Messenstiftungen und Zahlungen an den Küster, den Kirchherren und seinen Kaplan für das Denkelbuch; (S.7) 3. Vergleich zwischen den Vorstehern und Kirchgeschworenen zu S.Kath. und Hinrick Kroger Kaplan zu ULF Kirche zu Stendal über die vom verstorbenen Heine Britzke gestiftete Kommende am Altar S.Annen - unter Vermittlung der Bürgermeister Dedlef Bremer und Hinrich Lopouw, Johann Maler, Syndicus, und Johann Nigendorp, Sekretär des Rats, sowie der Ratsherren Johan Gherwer und Pardum Lueteke - danach soll Hinrick nach Hamburg kommen, hier wohnen, die Kommende persönlich wie seine Vorgänger wahrnehmen und die Messe lesen - seine Rente soll er je nach seiner Ankunft in der Stadt erhalten (1459 Sept.6); (S.8) 4. die S.Vinzenz-Bruderschaft, vertreten durch ihre Ober-Älterleute Johan van dem Haghen, Lüdeke van Emersen, Hanß Scroder und Herman Juttinck, stiftet eine Seelmesse an ihrem Altar mit 20 m. jährlicher Rente, die Gerd Stotebrock nu tor tyd kerckhere to Tetenbollen ... tyd synes levendes wahrnehmen soll - soll in die Stadt kommen - Hälfte zu Ostern und Hälfte zu Martini (1459 S.Johannes & Pauli martyrum); (S.10-12) 6. Alleke, Witwe des Ratsherrn Nicolaus de Sworen, präsentiert Heinrich Boger, Doktor der Theologie, als Nachfolger des Johannes Vedder für eine Pfründe (beneficium ecclesiasticum) am Altar Marien und SS.Simonis und Jude in S.Kath. - als (Mit-)Erbin einer Stiftung Heinrich Hoeps ... (Liber Memorandorum zu 1501 Aug. 25, Stiftung datiert 1367 die beati Ypoliti martryris); (S.21-23) 13. Vikarien, Kommenden, Stiftungen und Bruderschaften an S.Kath. (1537 ff.) - u.a. (1) Hl.Leichnam Geschworene to der andern missen, (2) Zwölf Apostel der Böttcher, (3) Böttcherknechte, (4) S.Kath. der Böttcher, (5) S.Erasmus, (6) Schiffbauer, (7) S.Vinzenz, (8) S.Annen der "Spunder", (9) ULF, (10) To den tiden to S.Kath., (11) S.Thomas von Aquin, (12) Hl.Leichnams Geschworene, (13) Kirchgeschworene, (14) S.Mauritius.

2. "Nachrichten von St.Nicolai Kirche" (S.42-89 = 6.Beilage zum 2.Kap.), u.a.: (S.45-46) 2. Meynhard Beueld, Vikar am S.Jacobi-Altar der Nikolaikirche, und sein Bruder Hans Beueld, Bürger zu Hamburg, bessern die genannte Vikarie um 20 m. lübisch jährlicher Rente auf (1431 Juli 24, ex authentico - folgen Bestätigungen des Kapitels und Papst Eugens IV.); (S.53-54) 7. Rat stiftet zwei Vikarien und zwei Kommenden in der Elisabethskapelle in S.Nicolai sowie eines Hospitals: In Godes namen amen. Witliek sy, dat in dem jare na dem bord unsers heren Jhesu Christi 1400 een unde veertich des Middeweckens na deme Sondage, alse men singet Misericordias Domini in der hillighen kerken, de erluechtighe fuerste und hochgeboren here, here Alef, hertoghe to Schleßwick, to Holsten, Stormarn, und Schouwenborgh greve, und wy borgermeistere unde radmanne der stad Hamborgh, mildichliken ouertrachtet hebben, alse in vorledenen jaren de grotmechtige here, here Erick to Dennemarcken etc. koeningk, unde wy in schwarem kriege waeren begrepen, unde unser stad-boerghere, inwonnere, unde soldenern, mit samt den steden an den Orssunde tieghende Denen to stride quemen in unsses vorgen. gnedigen heren siner lande, unde unsser stad truwen denste, deme ghemenen gude to vortkome unde vromen. Wellicke strid also toghingk unde bestellet was van unsen medehuelpernn, dat unse borghere, inwanere unde soldenern Gode enfarnet, jamerliken van Dodes wegen verbleuen unde een deel ghefangen wurden, de in dersuelvigen vengknisse van deme levende to dode sin gekomen, so dat toghingk, alse dat witlick unde openbar is, godlick sy unde van kirstli- / (S.54) cker truwe wegen sick billicklichen wol geboeren dat den gheuen, de also in teuwene deenste des gemenen gudes ere blod geghoten hebben unde verstoruen sin, eren zelen ock ewich dechtnisse by gude to troste und selicheyd van deme ghemenen gude mildichlicken nafolghende werde ghestichted und ghemacket, hiruth so isset, dat Gode allmechtig, Marien siner moder der reinen maghed, unde der hilligen vrouwen Suente Elizabeth, unde allem hemlischen here to loue, eren unde werdigheit binnen unse stad in Suente Niclawes kercken, is ghebuwet ene capelle, darinne sie funderet, upgeheuen unde ghemacket twe vicarien unde twe elemosine, veer preestere beleend unde beualen, missen in dersuelven capellen den vorschreuenen verstorvenen uemme erer zelen salicheid wille na to singende unde to lesende, alse de fundacien unde scrift darouer gemacket, dat fuerder in holdende uthwisen, unde ene ewige lampe in dersueluen capelle to bernende, unde vort een hospital van twintigh personen armer bedderedighen mynschen van beiden kuennen, unde veer personen de de armen lueden denen to erer nod unde behoef, ene herberghen, heghen unde holden schoelen mit huelpe anderer guden luede unser boerger unde boergherschen, den ere milden almisse unde handreckinghe, darto dan hebben, unde noch dagelickes dohn. Wellick huß belegen is binnen unse stad uppe der Nigenborgh twischen den eruen Hr. Hinrick Hoygers borgermeisters unde Hanß Rodewaters, unde wy hebben eendrechtigen gheorlouet unde tholgelaten, dat men sodane rente, alse de vorscrev. Suente Elizabeth capelle, vicarien, elemosine, lampe, lechte unde ditsuelve Suente Elizabeth huß to der armen luede behoef, jeghenwardighen hebben, unde darto in tokamenden tiden vorlaten worden, scriven mag in desen boek sunderghes darto gemacket, unde wo vacken men renthe to der vorscreuenen capellen, vicarien, elemosine, lampe, lechte unde des huses, unde de arme luede behoef will vorlaten ofte uthloesen, dar schoelen de olderluede de des jares dese capellen unde dat huß vorwaren jeghenwardig wesen, unde van sodanen renten, unde dem huse schal man der stad schott unde plicht geuen. Ock schoelen de olderluede der vorscreuenen capellen unde des huses, alle jar eens rekenen, unde ouer de reckenschop schoelen unses rades kumpane, de de jarlickes der stad hillighen geest vorwaren unde jeghenwardig wesen, unde wes denne meer is van der vorscreuenen huses wegen, den men to demsuluen huse unde to den armen lueden behouet, dat schoelen de vorgheroerden unses rades kumpan nehmen, unde tokeren den armen lueden in der stad hillighen geste, unde want denen geboerlickes, nademe de dancken der mynschen wegfallig syn, up date de handelinge der mynschen de Gade to siner ere, und den kristenen zelen to saligheit unde troste mildichlicken werden ghestichtet, unde ghemacket in nauolgenden tyden unvorgheten bliuen, unde nicht undertoghen werden. So isset, da wy borghermeistere und rathmanne der stad Hamborgh vor uns unde unse nakomelinghe deses boek unde schrifft hebben bestedighet, unde bestedighen uemme desser vorscreuen armen zelen willen to ewighen tiden. -- Liber redituum hospitalis parvi Sancti Spiritus vulgariter nuncupati inter muros Hamburg. Dn Henricus Hoieri proconsul resignavit supra dictae domui 10 marcarum reditus pro 200 mare redimendos, in haereditate sua, sita prope Burstade inter haereditatem Johannis Vullen & dictam domum s. hospitale Stae Elisabeth. Paschae instet census. Actum sexta feria post Bonifacii praesente domino Nicolao Eggherdes; (S.55-56) 9. Vergleich zwischen Herman Nigenborgh Vikar zu S.Nicolai und Johann von Depen Vorsteher des S.Elisabeth-Hospitals über 8 m. Rente auf dem genannten Grundstück zwischen dem Hospital und dem Besitz Hans Vullens, die Herman mit 120 m. lübisch eigenem Geld ausgelöst hat, da er dasselbe zusammen mit dem Vikar Dietrich Rethe bewohnt - die Rente stand dem Hospital zu und war zuvor durch H.N. von J.v.D. gekauft worden, doch wurde die Auslösung als problematisch empfunden, / (S.56) so daß H. die Rente weiter zahlen sollte, und seine "Nachfahren" sollten wiederum 3 m. jährlicher Leibrente an Hs. Nichte Alleke van Stade sowie 2 m. an seine Magd Abelke Schomaker zahlen - diese Zahlungen enden mit dem Tod der beiden Frauen (1449 die Dominica post Martini episcopi); (S.88-89) 35. "Nachricht von denen Vicarien / Testamenten und Brüderschafften zu St.Nicolai An.1537 sq." - (S.89) als Bruderschaften werden genannt: (1) Hl.Leichnam, (2) Dath Loff Mariae, (3) Zwölf Apostel, (4) ULF "der sieben Freuden", (5) SS. Fabian und Sebastian, (6) Mauritius, (7) Schiffleute tho der ersten missen, (8) Hl. Leichnams Geschworene, (9) ULF thor losinghe, (10) 11000 Jungfrauen, (11) S.Jacobi, (12) ULF der nigen kroninge, (13) Hl.Kreuz (by mester Johan Wetkens), (14) ULF der Barmherzigkeit, (15) Tegeler.

3. "Nachrichten von St. Petri Kirche" (S.90-486 = 7.Beilage zum 2.Kap.), u.a.: (S.93-95) 2. Gründung einer Vikarie zu Ehren ULF, der zwölf Apostel und des Hl.Stephan am Altar SStae Trinitatis in S.Petri durch den Hamburger Ratsherrn Erich von Tzeuen, der den Altar errichten und ausstatten ließ, Einkünfte sind 8 m. vom Haus des Pfarrers Hinrich Kock aus Buxtehude, 12 Scheffel Hafer nach Hamburger Maß aus Bockholt in der Pfarrei Barmstedt, 8 m. aus weiterem Grundbesitz in dieser Pfarrei, 10 m. aus Gütern Marquard Müllers, 1 m., 2 m., / (S.94) 3 m. Rente gekauft von Conrad Bickelstadt in Hammerbrock (1430 Apr.12, n. Abschrift von 1586 Juni 4); (S.96-103) 5. Statut der Vikare, zu / (S.97) Abhalten des Gottesdiensts, / (S.98) Kerzen, / (S.99) Verteilung der Lichter und des Brots ... (1453 n. Quasimodogeniti); (S.105-06) 7. Rentenkauf des Vikars an S.Peter, Cordt Lange, aus dem Kapital seiner Vikarie: Ick Hanß Clare borger tho Hamborch bekenne apenbar in und mit dessen breve vor alleßweme, dat ick van dem ersamen hern Cordt Langen vicariese tho Suente Peter darsuelves tho gantzer noge rede entfangen und vort in minen und minder erven witlicken nutt gekerett hebbe vyff unde soeventich rynesche golden guelden, behoerende tho siner vicarie in der ebenoempten kercken thom altar St.Stephani gesunderet, hirvor hebbe ick demsuelven hern Cordt und sinen nakomelingen thor tydt besittern dersuelven vicarie, rechte und redelicken vorkofft und vorlaten, vorkope und vorlate en jegewardigen in krafft desses breves, soeven mck. und achte schilling jarlicker renthe, alse ick hebbe in deme erve Hanse Wickhorstes upper Matten Twiten orde by dem erve Hern Claws Michaelis belegen ... [Cord ist sein Ohm, die Summe ist Ostern zu zahlen] / (S.106) ... (1495 Freitag vor Oculi mei, nach Kopie von 1600 Juli 6); (S.106) 8. Auszug aus dem Liber resign[ationum] betr. die Einnahmen Hans Klare aus dem Grundstück Hans Wieckhorsts nach dem Vorbild eines "Verzichts" von 1465, für das Brauhaus des verstorbenen Jochim Twestrenge: Anno 1495. Catharinae. Hans Wyghorst resignavit Hansen Klaren septem mck. & octo solidorum reditus, quamlibet pro 15 mck. redimendam in haereditate sua, sita in platea S. Catharinae in chono twitae mattarum prope haereditatem dni Nicolai Michelis consulis. Pascha instabit censis a M. f. 6. Ante Oculi, praesente dno. Matthias Schiphouwero &c.; (S.107) 10. Erneuerung desselben Zinses, nachdem Hans Wighorst 3 m. Zins mit 45 m. abgelöst hatte, dies jedoch nicht aus dem Stadtbuch getilgt worden war (1507 Montag n. Quasimodogeniti); (S.129-137) 26. Namen der Geschworenen an S.Petri, beginnend mit (S.129) Vicko von Geldersen zu 1357, ... bis 1376 ... (S. 130) zu 1377-1403, ... (S.131) zu 1404-1465, ..., (S.132) zu 1466-1528 ...; (S.138-486) 26. "Nachricht von der Bibliothec zu St.Petri. / In der Sacristey zu St.Petri findet sich ein Schranck, in welchem einige, theils aus dem Pabstthum übergebliebene, theils bereits im Lutertum angeschaffte Bücher aufgehoben werden ...", (S.138) folgt umfangreiche Liste, beginnend mit Drucken in folio, (I) Clementinen, Basel 1476 ..., aber (S.234) auch Handschriften, so (VI) Jordanus, Sermones de Sanctis, auf Papier, ... (S.420) (LX) "Sammlung unterschiedlicher Sprüche aus denen Kirchen-Lehrern", auf Pergament, octavo, ... (S.425) Zusammenstellung des Briefe Petrus von Blois (Blesensis).

4. "Eine Sammlung einiger die Memorien im Dom betreffender Urkunden" (S.486-888 = 8. Beilage zum 2.Kap.), u.a. (S.488-94) 1. Extractus Kalendarii Libri Memoriarum in Summo, mit Nennung einzelner Stiftungen und der entsprechenden Gedenktage über das Jahr sowie mit den Einkünften und jeweiligen Inhabern der Pfünden (zu 1610 Aug.23, durch Georg Rose); (S.495-528) 2. Erpold Lindenbrog, De fundationibus vicariarum, mit Liste der verschiedenen Stiftungen, auch in den anderen Hamburger Kirchen; usw.