Regesten zu 1468

Hamburg1468.03.02 - 1468 März 2. Westminster.
Eduard [IV.], König von England, in einem offenen Brief: erneuert den deutschen Kaufleuten, die in der Gildehalla Teutonicorum in London residieren, auf ein Jahr ab Juni 24 die ihnen von seinen Vorgängern verliehenen alten Privilegien. Während des Jahres sollten Verhandlungen über die Privilegierung geführt werden. - Teste me ipso apud Westmonasterium secundo die Marcii, anno regni nostri septimo. (olim StAHH / App. C to Mr. Cooper's Report on the Foedera, 1860, 23, S. 12)
Hamburg1468.05.15 - 1468 Mai 15. Tangermünde.
Kurfürst Friedrich [II.] von Brandenburg an den Rat zu Hamburg: beschwert sich über die einseitige Parteinahme der Lübecker für Stettin im Streit um die beschlagnahmten Güter. Seine Amtsleute hätten nur Stettiner Gut beschlagnahmt. Die Hamburger wüssten, dass er kein Straßenräuber sei, sondern nach dem Recht vorgehe. (AHL, Abschrift auf Papier / Lübisches Urkundenbuch, 11, 343, S. 364-65)
Hamburg1468.07.24 - 1468 Juli 24. Graz.
Kaiser Friedrich [III.] an den Edlen Burchard von Warberg: erteilt ihm den Auftrag, die vor ihm erhobene Klage Heinrichs von Zweidorf gegen den Hamburger Bürger Heinrich Kruse wegen unrechtmäßig weggenommener Güter zu entscheiden. Burchard ist berechtigt, die Parteien vorzuladen und anzuhören, ebenso Zeugen zu befragen und ggf. mit Strafen zur Aussagen zu bringen, auch kann er den Fall beim Ausbleiben einer Partei eine Entscheidung nach dem Recht herbeiführen. (NLA Wolfenbüttel, Bestand 63 Urk. 206, beglaubigte Abschrift / Regesta Imperii, [XIII], 33, Nr. 199)
Hamburg1468.08.23 - 1468 August 23. Graz.
Kaiser Friedrich [III.] in einem offenen Brief: sei informiert worden, dass die Reichsuntertanen in Holstein, im Raum um Hamburg und auf der Elbe Mord, Raub, Diebstahl und anderen Übergriffen ausgesetzt seien. Als römischer Kaiser sei es seine Pflicht, das Reich zu Wasser und zu Lande zu schützen. Er erlaube daher Bürgermeistern, Rat und Bürgern der Stadt Hamburg auf der Elbe und anderen Flüssen, auf See und in den umliegenden Gebieten gegen alle Mörder, Diebe, Diebinnen, Räuber und andere Verbrecher vorzugehen. Der Kaiser befiehlt allen Fürsten, Grafen usw. sowie allen Reichsuntertanen, die Stadt Hamburg bei ihrem Vorgehen und in ihren Rechten nicht zu behindern, bei Androhung schwerer Ungnade sowie einer Strafe von 40 pfd. Gold, je zur Hälfte an die königliche Kammer und an die Stadt Hamburg zu zahlen. (StAHH, 710-1 Threse I, Nr. E 5 a, Original / ebd., E 5 b, Vidimus von 1564 Sept. 23 / GStA PK, I. HA, Rep. 19 Nr. 25, Fasz. 1, unfoliiert / NLA Stade Rep. 5b Nr. 2683, Kopie zusammen mit Bestätigung Rudolfs II. betr. das Stapelprivileg Hamburgs / Regesta Imperii, [XIII], 20, 154 / ebd., 31, Nr. 171, 201)
Hamburg1468.08.23.a - 1468 August 23. Graz.
Kaiser Friedrich [III.] an [Johann Rode], den Propst zu Bremen sowie Bürgermeister und Rat der Stadt Bremen: überträgt ihnen die Vollmacht, den Streit zwischen den Grafen Enno und Edzard von Ostfriesland auf der einen und der Stadt Hamburg auf der anderen Seite über den von Graf Ulrich vom Kaiser erlangten Bierzoll, der die Hamburger Exporte begrenzen sollte, gütlich beizulegen. Er befiehlt ihnen, ihn brieflich über den Ausgang zu unterrichten. (StAHH, 111-1, Senat, Bd. I, Cl. I Lit. A1 Nr. 1, S. 97-98, Regest / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 172 / ebd., 33, 200)
Hamburg1468.08.29 - 1468 August 29. Graz.
Kaiser Friedrich [III.] an Bürgermeister, Richter, Räte, Bürger und Gemeinden der Städte Magdeburg, Bremen, Lübeck, Hildesheim, Quedlinburg, Helmstedt, Stendal, Halle, Goslar, Halberstadt, Braunschweig, Hamburg, Hannover u.a.: verbietet ihnen kraft kaiserlicher Gewalt, mit den in Acht und Aberacht verharrenden Bürgermeistern, Ratsherrren und Gemeinde der Stadt Lüneburg Umgang oder Gemeinschaft zu pflegen. Obwohl ihnen das bekannt sei, hätten sie seine kaiserlichen Gebote missachtet und den Ihren erlaubt, sich mit den Lüneburgern auszutauschen, diese die Straßen benutzen zu lassen und sie zu unterstützen. Könne dies nicht länger dulden, aber statt sie sofort zu bestrafen, was er längst hätte tun sollen, droht er ihnen mit denselben Strafen wie den Geächteten. (NLA Hannover Cal. Br. 17, Nr. 1, Abschrift / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 203)