Regesten zu 1466

Hamburg1466.01.09 - 1466 Januar 9. Wiener Neustadt.
Kaiser Friedrich [III.] an Hylias Steinfelden und Johannes Schröder Hamburger Bürger und Goldschmiede: lädt sie oder ihre Vertreter vor, um sich gegen die Klage Jörg Amlungs, Goldschmied in Hamburg und Bürger zu Gretz, zu verantworten. Sie hätten trotz seines Angebots, seine Handwerkskunst nachzuweisen, unrechtmäßig und mit einem Einbruch in sein Zimmer verhindert, dass sich Amelung in Hamburg niederlassen konnte. (StAHH, Original verloren / ebd., 111-1, Senat, Bd. 1, Nr. 5, S. 36, Regest des Nicolaus Stampeel / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 163)
Hamburg1466.01.13 - 1466 Januar 13. [o.O.].
Bürgermeister und Rat von Lübeck und von Hamburg machen bekannt, dass sie sich auf zehn Jahre verbunden haben zu gegenseitiger Unterstützung und Verteidigung.
Hamburg1466.02.14 - 1466 Februar 14. Wiener Neustadt.
Kaiser Friedrich [III.] an die Hamburger Goldschmiede Hylias Steinfelden und Johannes Schröder sowie Jörg Amlung: fordert sie auf, sich gütlich zu einigen. (StAHH, Original verloren / ebd., 111-1, Senat, Bd. 1, Nr. 5, S. 36, Regest des Nicolaus Stampeel / Regesta Imperii, [XIII], 31, Nr. 165)
Hamburg1466.02.19 - 1466 Februar 19. Hamburg.
Rat zu Hamburg an den Rat zu Lübeck: haben erfahren, dass die Häuptlinge zu Friesland ihre Leute auf die See senden, um den unschuldigen Kaufmann zu berauben. Bitten Maßnahmen zu ergreifen, damit der Kaufmann nicht geschädigt werde. Senden in Kopie einen Brief des ehrbaren Tanne Duren, Häuptling zu Jever etc., an den Hamburger Ratsherrn Johann Gherwer. (AHL, Original mit Siegelresten / Lübisches Urkundenbuch, 11, 17, S. 16)
Hamburg1466.02.23 - 1466 Februar 23. Hamburg.
Rat zu Hamburg an den Rat zu Lübeck: die Lübecker haben ihnen wegen der Kölner geschrieben, die jährlich mit ihrem Wein über die Elbe nach Hamburg und weit darüber hinaus ziehen, und für diese um Geleit gebeten. Die Hamburger können dies gern für ihre Stadt gewähren, nicht aber für den ganzen Elblauf, da er sehr weit ausgedehnt ist. (AHL, Original auf Pergament mit größtenteils erhaltenem Siegel / Lübisches Urkundenbuch, 11, 25, S. 27)
Hamburg1466.02.26 - 1466 Februar 26. Hamburg.
Bürgermeister und Rat von Hamburg an Bürgermeister und Rat von Lübeck: bezeugen die Aussage des Hamburger Bürgers Hermann Kröger d. J., des Schwagers des auf See gestorbenen Henning Meigenborch, dass dieser Güter an eine Lübecker Bürgerin, die Gustrowesche, gesandt hat; ersterer hat den Hamburger Bürger Hermann Bispingk zum Einfordern der Güter bevollmächigt.
Hamburg1466.03.01 - 1466 März 1. Hamburg.
Rat zu Hamburg an den Rat zu Lübeck: Die ostfriesischen Häuptlinge Alleke zu Inhusen, Lubbe Onneken und Sirik zur Vredeborgh im Wangerlande rüsten sich, um die Kaufleute zu schädigen, weil Allekes Bruder mit seiner Gesellschaft hingerichtet wurde. Bitten die Lübecker, dagegen Maßnahmen zu ergreifen. (AHL, Original mit Siegelrest / Lübisches Urkundenbuch, 11, 29, S. 30)
Hamburg1466.03.18 - 1466 März 18. Hamburg.
Rat zu Hamburg an den Rat zu Lübeck: die Lübecker haben gebeten, ihnen eine Bescheinigung zu senden, dass die Güter eines vor Westeremese gestrandeten Schiffes nicht nach Hamburg gehören, weil sie meinen, dass Graf Ulrich von Ostfriesland Forderungen an die Stadt habe (obwohl die Güter tatsächlich zu großen Teilen nach Hamburg gehören). Die Hamburger wissen mit Graf Ulrich nicht anders als Freundschaft. Sie bitten daher, sie in der von Lübeck ausgestellten Bescheinigung nicht zu erwähnen, um nicht falsche Vorstellungen zu erwecken. Auch sollte dort davon die Rede sein, dass die Güter den namentlich benannten Gütern zu behören und niemandem anderen. (AHL, Original mit Siegelresten / Lübisches Urkundenbuch, 11, 40, S. 42)
Hamburg1466.03.21 - 1466 März 21. Brügge.
Der Deutsche Kaufmann zu Brügge an Hamburg und Lübeck: haben von glaubwürdigen Geistlichen erfahren, dass sich die ostfriesischen Häuptlinge Tanne, Lubbe Onneken, Syrck, Edo Bogyns und Alleke (der Schwager Lubbe Onnekens) zu Angriffen auf die Schifffahrt zusammen getan haben, wie ihnen vielleicht schon bekannt geworden ist [und andere Nachrichten].
Hamburg1466.04.24 - 1466 April 24. Hamburg.
Rat zu Hamburg an den Rat zu Lübeck: haben ihren Brief zum Pferd eines Göttingen und zu den Verhandlungen in Groningen bekommen. Die Lübecker werden sicher ihre Antwort zu einem Bündnis zwischen ihnen, Lüneburg, Lübeck und dem König von Dänemark erhalten haben. Senden Brief des Kontors zu Brügge. (AHL, Original auf Pergament mit Siegelrest / Lübisches Urkundenbuch, 11, 65, S. 66)
Hamburg1466.06.04 - 1466 Juni 4. Hamburg.
Rat zu Hamburg an den Rat zu Lübeck: die Lübecker haben ihnen wegen des Kontors in Brügge und den Tuchmachern von s'Hertogenbosch geschrieben, die Hamburger wollen noch die Entscheidung des Rats von s'Hertogenbosch abwarten und melden sich dann. Die Angelegenheit mit den Hagener Tuchen haben sie mit einer Tafel am Rathaus auf die Tagesordnung der nächsten Bursprake gesetzt, um dort zu entscheiden. Was Bergedorf betrifft, sollen die Lübecker in ihrer beider Namen dem Herzog von Sachsen[-Lauenburg] schreiben, damit sie bei ihren Rechten bleiben. Bei den Baumaßnahmen am Schloss wollen sich die Hamburger mit Steinen beteiligen. (AHL, Original Pergament mit Siegelrest / Lübisches Urkundenbuch, 11, 83, S. 81-82)
Hamburg1466.06.04.a - 1466 Juni 4. Hamburg.
Rat zu Hamburg an den Rat zu Lübeck: die Lübecker haben mehrfach dem Kontor zu Brügge geschrieben, damit dieses bei Gent bewirken, dass die Stadt die auf Hamburger Bier gelegte Akzise wieder abschaffen. Gent hat sich mit Ausgaben für die Prinzen gerechtfertigt, doch das könne kein Grund sein. Die Lübecker sollen an das Kontor schreiben, damit dieses die Abschaffung erreicht. Sonst werde Hamburg das Genter Tuch mit Abgaben belasten. (AHL, Original Pergament mit Rest des aufgedrückten Siegels / Lübisches Urkundenbuch, 11, 84, S. 82-83)
Hamburg1466.07.03 - 1466 Juli 3. Hamburg.
Rat zu Hamburg an den Rat zu Lübeck: die Lübecker haben ihnen wegen eines Briefes geschrieben, der von Nicolaus, dem Sekretär des Kontors zu Brügge, überbracht wurde und eine Angelegenheit berührt, die beide Städte betrifft, so dass Lübeck nicht allein entscheiden wollte. Sind gern bereit, ihre Ratssendeboten zu ihnen zu senden, wenn die Lübecker nach ihrem Belieben zu einem Tag laden. Auch eine Ladung anderer Städte wie der Overelvisschen sollen sie entscheiden. (AHL, Original Pergament mit Rest des aufgedrückten Siegels / Lübisches Urkundenbuch, 11, 106, S. 107-08)
Hamburg1466.07.09 - 1466 Juli 9. Hamburg.
Rat zu Hamburg an den Rat zu Lübeck: wollen in Rom einen Prokurator anstellen, haben aber niemanden. Bitten die Lübecker, die mehr Erfahrung damit haben, um ihren Rat. (AHL, Original Pergament mit aufgedrücktem Siegel / Lübisches Urkundenbuch, 11, 113, S. 115)
Hamburg1466.07.10 - 1466 Juli 10. Hamburg.
Rat zu Hamburg an den Rat zu Lübeck: haben ihnen viel geschrieben von Albert Bornsen, der kürzlich mit seiner Gesellschaft auf dem Wohlde die Curslacker geschädigt und sieben Pferde verletzt hat. Auch war er vor Bergedorf und hat da in einem Schiff einen Mann getötet und zwei schwer verletzt. Dabei und in Curslack sei Herr Cord schwer geschädigt worden. Haben die Ihren ausgeschickt und auch an den Herzog von Sachsen geschrieben. Bitten die Lübecker, diesem auch zu schreiben, ebenso dem Herzog von Mecklenburg, in dessen Gebiet sich Albert Bornsen oft zu Boizenburg aufgehalten haben soll. Überlassen ihnen die Entscheidung für weitere Maßnahmen. (AHL, Original Pergament mit Siegelrest / Lübisches Urkundenbuch, 11, 114, S. 116)
Hamburg1466.09.14 - 1466 September 14. Hamburg.
Heinrich Pomert Dekan zu Hamburg an den Rat zu Lübeck: die Lübecker hätten ihm geschrieben, dass der Möllner Pfarrer Albert Sutow vor ihm den Lübecker Bürger Willem Burmester und seine Ehefrau verklagt habe, und gebeten, den Fall entweder an den Lübecker oder den Möllner Rat zu überweisen. Daher habe er den Fall bis Martini [November 11] ausgesetzt, damit in Lübeck oder Mölln ein freundlicher Ausgleich gefunden werden könne. (AHL, Original auf Papier mit Resten des Signets / Lübisches Urkundenbuch, 11, 153, S. 159)
Hamburg1466.10.27 - 1466 Oktober 27. Hamburg.
Rat zu Hamburg an den Rat zu Lübeck: haben heute morgen um 10 Uhr erfahren, dass einige Leute Vorbereitungen treffen, die hier vom Jahrmarkt kommenden Kaufleute zu überfallen oder sich, wenn das fehlschlägt, vor Bergedorf zu legen. Sie lassen daher keine Wagen vor nächsten Freitag [Okt. 31] ausfahren und werden die Kaufleute warnen. Überlassen den Lübeckern, welche Maßnahmen sie zu Oldesloe und Mölln ergreifen. Die Hamburger senden 20 Mann nach Bergedorf und werden in Ripenburg ihr Bestes tun. ZETTEL: Sie werden die vorzeitige Ausfuhr von Hering, Bier und Käse gestatten. (AHL, Original auf Pergament mit Resten des aufgedrückten Siegels / Lübisches Urkundenbuch, 11, 182, S. 186-87)
Hamburg1466.12.21 - 1466 Dezember 21. Hamburg.
Bürgermeister und Rat von Hamburg an Bürgermeister und Rat von Stendal: teilt mit, dass Gent gegen ihre Privilegien eine Akzise auf das Hamburger Bier gelegt haben. Da verschiedene Bemühungen zur Abschaffung der Akzise auch über das Kontor zu Brügge ohne Erfolg geblieben sind, führt Hamburg jetzt eine Akzise auf alle auf Gent kommenden Waren ein. Bitten, bei den Genter zu bewirken, dass die Akzise auf Bier abgeschafft wird und die Hamburger ihren Schaden ersetzt bekommen. (RA Stendal, Nr. 187 [mit Konzept eines Verwendungsschreibens Stendals an Gent] / J.A. Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis, A.15, Berlin 1858, Nr. CCCLX, S. 298-99)