Regesten zu 1421

Hamburg1421.01.31 - 1421 Januar 31. o.O.
Der Hamburger Bürger Hermen Everth macht bekannt, dass er sich mit der Häuptlingsfrau Sibbe zu Norden gütlich geeinigt habe, auch im Namen seiner Vollmachtgeber und Mitbürger Ludeke van Gisen, Ludeke Nienhuiss, Arent Rike, Hinrik Heine und Timme Bremer, wegen der diesen zugehörigen, nach dem Schiffbruch zweier Hamburger Schiffe durch Sibbes Amtleute und Diener geborgenen Güter. Verzichtet auf alle weiteren Ansprüche gegenüber Sibbe, ihren Erben und Untertanen. (Regest HUB VI, 349, S. 190 / gedrucktOstfries. UB, ed. Friedlander, I, 287 / StA Aurich, Ms. A, fol. 242)
Hamburg1421.02.11 - 1421 Februar 11. o.O.
Stiftungsbrief über eine Messenstiftung an St. Jacobi am Altar der Dracht unses Heren, dotiert mit 20 m. jährlicher Rente, durch einen Hamburger Bürger. / Schütze, Verzeichnis, 420, S. 365 / Staphorst, I,2, S. 803-05.
Hamburg1421.03.09 - 1421 März 9. Hamburg.
Hinrik Gerwers Propst und Alheydt Hummelsbüttel Priorin von Harvestehude machen bekannt, dass ihnen Bürgermeister und Räte zu Lübeck und Hamburg den Schaden erstattet haben, der dem Kloster seit dem Krieg gegen den Herzog von Sachsen-Lauenburg entstanden ist, insbesondere beim Ausbau des Schlosses Bergedorf und bei der Versorgung der Söldner. (AHL, spätere Abschrift auf Papier / Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 6, 1881, Nr. CCCXVII, S. 342-43)
Hamburg1421.04.02 - 1421 April 2. Neumünster.
Heinrich, Adolf und Gerhard, Herzöge von Schleswig, Grafen von Holstein, Stormarn und Schauenburg, an Propst, Dekan und Domkapitel zu Hamburg: bitten um die Bestätigung ihres Patronatsrechts über die ewige Vikarie am Altar S. Magni in der Pfarrkirche zu Itzehoe, die auf ihren Onkel Heinrich zurückgehe. (Noodt, Beyträge zur Erläuterung der Civil-, Kirchen- und Gelehrten-Historie, 4, 1745, S. 330-32)
HG2 - Hamburg1421.04.03 - 1421 April 3. Hamburg.
Bürgermeister und Ratmannen der Stadt Hamburg an Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Gent: teilen mit, dass etliche Hamburger Bürger durch Auslieger Herzog Johanns von Bayern, Grafen von Hennegau, Holland und Seeland, aus den Gebieten des Herzogs mitten im Frieden geschädigt worden seien, wie diese vor ihnen beschworen hätten. Wie sie wohl wüssten, hätten sie sich deshalb bereits mit ihren Ratssendeboten, Boten und Briefen unter großen Kosten an den Herzog gewandt, doch hätten sie keine Antwort oder Entschädigung erhalten. So teilten sie den Gentern die Namen der Geschädigten mit. [1.] Um 1418 Juni 24 sei von den Dordrechtern das Schiff von Schele Papeken aufgehalten worden; [2.] die Dordrechter hätten auch das Schiff von Johan Wildestorpe, das ihm gehöre, aufgehalten; [3.] ebenso das Schiff von Gherd Willemssoene aus Harderwijk; [4.] ebenso das Schiff von Laurencius Bramessone aus Harderwijk; [5.] die Brieller hätten das Schiff von Eggherd Arendessone aus Staveren aufgehalten; [6.] die Brieller hätten auch das Schiff von Clawes Albertssone aus Kampen aufgehalten, jeweils mit den Eigentümern des transportierten Biers; [7.] die Brieller hätten aus dem Schiff von Luedeke Wulffhagen aus Hamburg vier Büchsen genommen; [8.] im genannten Schiff von Johan Wildestorpe habe Wilken Luders aus zwei Tonnen Butter gehabt; [9.] im Herbst 1418 hätten die Dordrechter das Schiff von Wilke Bekendorp aufgehalten. Dem Schiffer seien 24 pfd. gr. Schaden bei seiner Fracht entstanden, 9 to. Biers, Lebensmittel für 4 pfd. gr. und den Schiffskindern 3 to. Biers. [10.] auch hätten die Dordrechter das Schiff von Johan Wildesdorp aufgehalten. Dem Schiffer ständen noch 24 pfd. gr. für Fracht zu; [11.] ebenso das Schiff von Dyderík Sandow. Dem Schiffer ständen noch 20 pfd. gr. und 15 gr. für Fracht zu; [12.] ebenso das Schiff von Marquerd Halleke. Dem Schiffer ständen noch 16 pfd. gr. für Fracht zu, 2 pfd. gr., 2 Lotbüchsen, 1 Armbrust, Lebensmittel für 2 pfd. gr. und 2 Arnheimsche gld. Gut, Schiff und Bier seien durch die Auslieger von Dordrecht, Rotterdam und Brielle genommen worden; [13.] um [1418] Juni 24 hätten die Brieller auch das Schiff von Gherleff Hoyers aus Lübeck aufgehalten; [14.] um 1421 März 2 hätten Stryek und Kreyenbroek, Auslieger Herzog Johanns, mit ihrer Gesellschaft das Schiff von Ghodeke van Rentelen genommen und nach Lemmer gebracht, mit Laken. Der Schiffer sei auch um 25 holländ. Schilde für Lebensmittel und Ausrüstung für das Schiff geschädigt. Da die Hamburger trotz umfangreicher Bemühungen vom Herzog keine Antwort oder Erstattung von Schäden erhalten hätten, bäten sie die Genter um Rat und Beistand. - Gheven to Hamborch na Godes bord dusend veerhunderd dar na in deme eenundetwintigesten jare des neghesten donre[da]ghes na Quasimodogeniti. (ediert HUB VI, 362, S. 196-200 / StAHH Threse Ee 56)
Hamburg1421.04.24 - 1421 April 24. o.O.
Herzog Johann von Bayern an alle Kapitäne, Hauptleute, Vitalienbrüder und Gesellen in seinem Land Friesland: macht bekannt, dass er mit den Hamburgern eine Tagfahrt vereinbart habe für Juni 24, um alle bestehenden Konflikte zu regeln. Er habe daher ihnen und ihren Helfern Geleit erteilt. Bittet, dieses umzusetzen. (Schwartzenberg, Vriesch Charter-Boek I, S. 433 / StAHH, Copiae Archivi bei Ee 56)
Hamburg1421.04.24.a - 1421 April 24. Olmütz.
Sigismund römischer König in einem offenen Brief: gibt seine Zustimmung dazu, dass die Stadt Hamburg die Mühlengerichte und die Münze zu Hamburg, die Reichslehen sind, vom Pfandinhaber, dem Grafen von Holstein-Schauenburg, erworben hat, und belehnt sie damit. (Regesta Imperii, XI, 1, 4518 / Wien, HHStA, RR, G 88)
Hamburg1421.04.24.b - 1421 April 24. Olmütz.
Sigismund römischer König an Graf Adolf von Holstein: überträgt ihm die Entscheidung der Klage, die Rudolf Munter gegen die Stadt Hamburg vor dem Reichsgericht eingereicht habe. (Regesta Imperii, XI, 1, 4519 / Wien, HHStA, RR, G 88v)
HG2 - Hamburg1421.06.06 - 1421 Juni 6. Hamburg.
Bürgermeister und Rat zu Hamburg an Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Gent: berichten über weitere Schädigungen Hamburger Bürger. [1.] Die Seeländer hätten 1408 aus dem Schiff des Hartig von dem Hagene Bier sowie Leinwand genommen und nach Veere gebracht. [2.] Gherd van Hemmeskerken und seine Gesellschaft hätten Hinrik Hemme 1414 April 8-14 auf der Elbe Schiff und Gut genommen und nach Wieringen gebracht. [3.] Die Brieller hätten im Herbst 1418 die Schiffe des Wilke Bekendorpe, Marquert Halleke und Diderik Sandowe genommen; [4.] ebenso hätten sie aus dem Schiff des Jacob Weydelappe Güter von Hinrik van Huetlem genommen. [5.] Johan van Hemstede, Lodewich van Mundford, Daniel van Kralingen, zu dieser Zeit Balli zu Rotterdam, hätten 1418 Hinrik Koeting Kleidung und Tuch genommen. [6.] Dem Ratsherrn Erik van Tzeven sei eine Tonne mit Paternostern aus Bernstein im Wert von 180 m. lüb. nach der Bergung nach einem Schiffbruch zu Enkhuizen entfremdet worden. [7.] Wie die Schiffer Marquert Halleke und Ludeke Amelinghusen bezeugt hätten, hätten die Brieller im Herbst 1418 das Schiff von Wilke Bekendorp angehalten, die Rotterdamer die Schiffe von Diderik Sandow und Johan Wildestorp. [8.] Wie Ghereke Nyeman und Vicke Brandenborch bezeugt hätten, hätten die Brieller das Schiff von Marquert Halleke mit seinem Gut angehalten. [9.] Die Schiffer Hermen Glashoef und Hinrik Roever hätten in der letzten Fasten den Hafen Dokkum anlaufen müssen. [10.] Cord Krueseler sei durch Wilhem van Buschusen, Rentmeister zu Nordholland, eine Kiste mit Leinwand aus dem Schiff des Tideke Cletze genommen worden, nachdem dieses von Ausliegern Herzog Johanns von Bayern, Graf von Hennegau, Holland und Seeland 1421 März 24 bei der Einnahme Dokkums mit Beschlag belegt und benutzt wurde. [11.] Von diesen Ausliegern sei Marquert Halleke ein Schiff genommen worden, für das er 42 Arnheimsche gld. geben musste, um es frei zu bekommen, zudem verlor er zwei Armbrüste. - Gheven to Hamborg na Godes bord dusent veerhundert, dar na in dem eenundetwintigesten jare des viten daghes in deme mante Junio. (ediert HUB VI, 373, S. 204-07 / StAHH Threse Ee 57)
Hamburg1421.07.04 - 1421 Juli 4. [Gent].
Bürgermeister und Rat der Stadt Gent machen bekannt, dass sie als Schiedsrichter in Sachen des Genter Schiedsspruchs von 1403 Oktober 9 wegen der Klage der Stadt Hamburg gegen Herzog Johann von Bayern mit dem Vorwurf eines Bruchs dieses Schiedsspruchs zu Verhandlungen geladen hätten, dass aber die holländischen Vertreter ohne hinreichende Vollmachten erschienen seien. Hätten deshalb für September 2 erneut zu Verhandlungen eingeladen. (Regest HUB VI, 381, S. 212 / ediert HR I,7, 371 / StA Gent, Gheluwenbouck [Reg. C], fol. 59r-v)
HG2 - Hamburg1421.08.04 - 1420 August 4. [Stade].
Bürgermeister und Ratsherren der Stadt Stade in einem offenen Brief, iöö an die Bürgermeister, Schöffen und Räte der Stadt Gent: machen bekannt, dass vor ihnen die Ratssendeboten von Hamburg, Vicke van dem Hove, Ratsherr, und Johannes van Wadenkote, Ratssekretär, erschienen seien und gebeten hätten, dass sie das Zeugnis gewisser Personen bestätigten und der Stadt Gent unter ihrem Siegel mitteilten, da diese aus ernsthaften Gründen nicht selbst vor ihnen erscheinen könnten. So hätten Hermen van Righe, Albrecht Brytling, Godeke Lutteken und Stacies van Rentelen vor ihnen übereinstimmend beeidet, dass im Jahr 1407 in der zweiten Woche nach Ostern (April 3-9) ein Bürger aus Monnikendam namens Keyser den Hamburger Bürger Johann van dem Walle in Amsterdam erstochen hätte. Keyser sei danach in die Kirche geflohen, doch hätten seine Freunde ihn mit Gewalt aus Amsterdam fortgebracht. Der Kaufmann von Hamburg hätte dies damals dem Schultheißen dort, Heyne Orde, angezeigt, doch sei ihm kein Recht widerfahren. - Nach der bord unses heren veerteynhundert yar indem een unde twintigestem yare darna uppe den negesten mandach vor sunthe Laurencii dage des hilgen mertelers.. (Regest HUB VI, 390, S. 219-20 / StAHH Threse Y 13)
Hamburg1421.08.14 - 1421 August 14. [Hamburg].
Die Vorsteher der Almosen der Bruderschaft der Ersten Messe am Johannesklosters zu Hamburg, Hennyngh Steen und Heyne Leseman, bekennen, dass sie für die von Frau Alheid, Witwe Herwig Bispings, erhaltenen 75 m. eine Rente von 5 m. jährlich gekauft haben, wovon 14 d. wöchentlich dem die tägliche Hochmesse lesenden Priester zu gewähren, der dafür ihrer und ihrer Familie unter den Lebendigen bzw. unter den Toten gedenken soll. Reichen die Mittel der Bruderschaft nicht aus, soll von den 5 m. das Erforderliche gekürzt werden. Würde jedoch diese Verwendung der Mittel verhindert, fällt die gesamte Rente an die Almosen der Bruderschaft der Ersten Messe im Johanniskloster. (StAHH, Copiae Archivi / Rent- und Memorialbuch der Bruderschaft der Ersten Messe am Johanniskloster)
Hamburg1421.08.15 - 1421 August 15. [Hamburg].
Johann Dabelstein, Prior, Eghardus Plaweman, Subprior, Johannes Grym, Lesemeister, und alle Brüder des Johannesklosters zu Hamburg erklären, dass sie die von Frau Alheid, Witwe Herwig Bispings, gestiftete Rente von 5 m. jährlich für den von ihr gewünschten Zweck verwenden wollen, d.h. für ihre namentliche Erwähnung und die ihrer Familie unter den Lebendigen bzw. unter den Toten durch den die Hochmesse lesenden Priester, für 14 d. wöchentlich. Wird der Wunsch Alheids nicht erfüllt, fällt die gesamte Rente an die Almosen der Bruderschaft der Ersten Messe im Johanniskloster. (StAHH, Copiae Archivi / Rent- und Memorialbuch der Bruderschaft der Ersten Messe am Johanniskloster)
Hamburg1421.09.01 - 1421 [September 1?]. o.O.
Die Hansestädte Lübeck, Hamburg, Lüneburg, Wismar, Rostock und Stralsund machen bekannt, dass sie mit Hochmeister Michael Küchmeister und dem Meister in Livland, Siegfried Lander, ihren Gebietigern, dem Deutschen Orden, ihren Ländern und Untertanen in Preußen und Livland ein Bündnis geschlossen haben. Wenn Meister und Orden Gewalt oder Unrecht geschieht, sollen sich die Städte dafür einsetzen, das dieses abgestellt wird. Wenn das ohne Erfolg bleibt, wollen die Städte, sofern der Orden darum bitte, bis zu 2000 Bewaffnete zu Pferd oder zu Fuß stellen. Der Orden werde Beschlüsse der Hansestädte, unter Einschluss der preußischen Städte, billigen, wenn sie sich nicht gegen ihn richteten. Das Bündnis solle zehn Jahre gelten. Wenn die Städte das Bündnis nach Ablauf der zehn Jahre nicht mehr halten wollten, sollten sie den Orden ein Jahr vorher informieren. (Tallinn LA, Abschrift auf Papier / Berlin, GStA PK, XX.HA., OBA 3606 / Joachim-Hubatsch, Regesta, I, 3606 / Regest HUB VI, 396, S. 222 / Hanserezesse VII Nr. 376 / Weise, Staatsverträge, I Nr. 151 / Urkundenbuch der Stadt Lübeck, 6, 1881, Nr. CCCLXXXIV, S. 408-10)
Hamburg1421.12.31 - 1421 Dezember 31. Hamburg.
Wernerus Miles, Dekan des Domkapitels zu Hamburg, macht bekannt, dass er die von Heinrich, Adolf und Gerhard, Herzögen von Schleswig und Grafen von Holstein, Stormarn und Schauenburg, gestiftete ewige Vikarie am Altar St. Magni in der Pfarrkirche Itzehoe dem dortigen Nonnenkloster zur Mehrung seiner Einkünfte inkorporiert habe. (Noodt, Beyträge zur Erläuterung der Civil-, Kirchen- und Gelehrten-Historie, 4, 1745, S. 332-33)